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Ein Spaziergang durch Zeil

Stadt- und Kirchenführer für Gäste und Einheimische

von

Ludwig Leisentritt

 

Laden Sie sich diesen Text am besten vollständig herunter. Sie können dann in aller Ruhe schmökern.

 

 

Das Städtchen Zeil liegt in einer Gegend, die so reizend und großartig ist, daß man, befände sich der Ort auf der gewöhnlichen Straße der reisenden Engländer, nicht Worte genug hätte, um die Berge zu beschreiben, die die Gegend im weiten Rund umfassen.

Aus: Ludwig Braunfels, Die Mainufer (1847)

 


 Inhalt: 

Herzlich Willkommen

Marktplatz (Rathaus, Stadtpfarrkirche St. Michael (außen), Pranger, Marktplatz Nr. 4, Grohe-Häuschen, Kirchhof, Kapelle St. Anna, Ölberggruppe, Führung durch die Stadtpfarrkirche)

Obere Torstraße, Hauptstraße (Stadtturm, Propstenhof, Finanzamt, Jörg-Hofmann-Haus, "Schwarzer Adler")

Lange Gasse, Stadtmauer (Lange Gasse Nr. 13, Lange Gasse Nr.15, Synagoge)

Speiersgasse (Alte Freyung, Speiersbrunnen)

Stadtrand und Umgebung (Heilig-Kreuz-Kapelle, Golgatha-Kapelle, Käppele, Himmelfahrtskirche)

Seitenende

 

Herzlich willkommen in Zeil

 

Wir laden Sie zu einem kleinen Spaziergang durch unsere Altstadt ein. Zeil verfügt über 57 denkmalgeschützte Gebäude. Einige davon möchten wir Ihnen bei unserem Gang durch etwa 1000 Meter Straßen zeigen. 

Mit Zahlen und Daten - die Sie gewiß gleich wieder vergessen - möchten wir Sie nicht überhäufen. Dafür erzählen wir Ihnen zum Beispiel, welche Aufgaben und Funktionen bestimmte Gebäude früher hatten und welche Bedeutung den zahlreichen Fachwerksymbolen zukommt. Daneben sollen Sie etwas über die mittelalterlichen Strafen erfahren, über die schlimmen Jahre der Hexenverfolgung, über die berühmten Zeiler Steinhauer, über den Weinbau in unserer Gegend und über vieles andere mehr. 

Die Zeiler sind sehr kontaktfreudig. Falls Sie etwas wissen möchten, was nicht in diesem kleinen Führer steht, fragen Sie ruhig Leute auf der Straße.

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Der Marktplatz

 

Der Marktplatz (ZEICHNUNG) könnte auch Wenzelsplatz heißen.1397 hat der böhmische Konig Wenzel der Stadt Zeil das Marktrecht verliehen. Dieser Platz ist Zeils "gute Stube". Leider ist aus dem einstigen Marktplatz nunmehr fast gänzlich ein Parkplatz geworden. Die Verantwortlichen der Stadt suchen nach Möglichkeiten, Freiräume für die Bürger und Gäste vor der einmaligen Fachwerkkulisse zu schaffen. 

Einmalig im Jahr feiert hier Zeil sein Altstadt- und Weinfest. Dann gehört zumindest für drei Tage den vieltausend Menschen die schöne Altstadt, die sonst täglich von ca. 14 000 Personenkraftwagen durchfahren wird.

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Das Rathaus

 

Der dominierende Standort der Pfarrkirche drückt die große geistige Ordnung der mittelalterlichen Welt aus. Das Rathaus als Zeichen kommunaler Obrigkeit läßt sich bereitwillig von dem Kirchturm beherrschen, überragt aber die übrigen Gebäude des Marktplatzes und der Altstadt. 

So wie der Kirchturm ist auch das Rathaus ein Werk mehrerer Zeitepochen. Das gotische Hauptportal (Eselsrücken) und die Fenster mit den Zwischengewändern im Erdgeschoß lassen sich ins 14. Jahrhundert datieren. Vermutlich nach einem Brand wurde das heutige streng gegliederte Fachwerk aufgesetzt. Darauf läßt jedenfalls der Abschlußstein mit der Jahreszahl 1540 im 1. Stock schließen. Einem Modetrend der damaligen Zeit entsprechend, ist das Fachwerk bei einer Renovierung im Jahre 1887 verputzt worden. Paradoxerweise malte man auf der verputzten Fassade ein Fachwerk auf, das nicht einmal dem darunterliegenden entsprach. Ebenso hatte man auf dem massiven Teil des Erdgeschosses mit dunklen Linien ein Quadermauerwerk aufgepinselt. Auf die Hintergründe solcher "Renovierungen" werden wir noch eingehen. 

 

In früheren Zeiten war ein Rathaus nicht ausschließlich darauf ausgerichtet als Verwaltungsbau zu fungieren. Es war zugleich eine Stätte des vollen und satten Lebens, indem der Saal als Tanz-, Fest- und Gerichtssaal diente. Das Erdgeschoß war über eine lange Zeit eine Markthalle für die Zeiler "Becken" und Metzger. Außerdem beherbergte es Geräte der Feuerwehr und hatte ein Kämmerchen als Gewahrsam für kleine Übeltäter. Unter dem Dach schütteten unsere Vorfahren das Korn auf den Speicher. Einige Dachräume fanden für das Dörren des Hopfens Verwendung, während der Keller als Lager für den städtischen und kirchlichen Wein gute Dienste tat. In Kriegszeiten, so 1871/72, diente das Rathaus sogar als Lazarett und von 1825 bis 1927 als Schule. Statt der vielen Autos tummelten sich seinerzeit unzählige Gänse und Enten auf dem Marktplatz, was mit Rücksicht auf die Konzentration der Schüler immer wieder zu Verboten führte.

Bis in die fünfziger Jahre horsteten jedes Jahr Störche auf dem First.

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Die Stadtpfarrkirche

 

Sie wurde an Stelle der einstigen mittelalterlichen St.-Johannes-Kirche 1713 bis 1732 erbaut. In seiner heutigen Gestalt ist der Kirchturm das Werk verschiedener Bauepochen. Am ältesten ist wohl das Erdgeschoß, der frühere Chorraum, der vermutlich schon im 12. Jahrhundert entstanden ist. Sowohl der Aufbau der folgenden Geschosse als auch der mächtig aufragende Achteckhelm mit den vier Ecktürmchen sind das Werk späterer Epochen. Das häufige Vorkommen der Fünfknopfhelme im Bamberger Land wird als eine Huldigung vor den Westtürmen des Bamberger Domes gedeutet, die bis 1766 solche Ecktürmchen als Abschluß ihrer Säulenbaldachine trugen. 

Man kann diesen Turm als einen Wach- und Wehrturm einordnen, der bei feindlichen Überfällen Schutz bot. Mittels einer Leiter konnten die Schutzsuchenden vom Kirchen-schiff aus in den Kirchenspeicher flüchten, wenn es dem Feind gelungen war, in das Innere des Gotteshauses einzudringen. Um den Verfolgern den Weg abzuschneiden, wurde die Leiter hochgezogen und die Falltüre verrammelt. Im Kirchturm ist noch eine Schießscharte erhalten. Die Kirchhofmauer ist noch ein Rest der alten Wehrmauer. Vermutlich verlief früher noch ein breiter Graben rings um den Kirchhof.

Wenn Sie etwas Zeit haben, sollten sie auf jeden Fall die Kirche auch von innen betrachten, Sie werden es nicht bereuen - Beschreibung weiter unten.

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Glocken und Turmuhr

 

Schon 1598 wird die Kirchenuhr erwähnt, die, wie die meisten mittelalterlichen Turmuhren, nur einen Zeiger aufweist. Die Minuten, oder wie heute die Sekunden, wurden nicht wahrgenommen. Die heutige Uhr fertigte 1754 ein Uhrmacher vom nahen Dörflis. Die Schlüsselerfindung des modernen industriellen Zeitalters ist nicht die Dampfmaschine, wie oft angenommen wird, sondern die Uhr. Die mittelalterlichen Menschen erfuhren die Zeit vorwiegend akustisch durch Glockenschlag und weniger visuell. Der Arbeitsablauf der Menschen im alten Zeil war durch den natürlichen Rhythmus von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, von Tag und Nacht, von Arbeit und Schlaf bestimmt. Bei der bäuerlichen Bevölkerung änderte sich dies bis zur Jahrhundertwende nur unwesentlich. Es genügte zumeist die grobe Einteilung der Tagesabschnitte.

Die Glocken im Turm, die älteste aus dem frühen 14. Jahrhundert, trugen mit dazu bei, den Lebenslauf der Bürger zu regeln. Aus der Stadt durfte man erst, nachdem am frühen Morgen vom Kirchturm das Ave-Maria geläutet worden war. 1635 ordnete der Zeiler Kastner an, das Ave Maria , wie vor alters herkommen" täglich dreimal zu läuten, damit die Zeiler "nit wie die Hayden und Türckhen leben". Nach dem abendlichen Gebetläuten mit der "Schlafglocke" durfte sich niemand mehr auf dem Feld befinden, Kinder und Jugendliche durften nicht mehr auf den Straßen sein.

Freud und Leid sind fast immer vom Läuten der Glocken begleitet gewesen. Aber auch viele weltliche Anlässe erfuhren durch das Läuten der Glocken Gewicht und Bedeutung. Bei Not und Gefahr, wenn der Stadt Unheil durch Feuer oder Unwetter drohte, signalisierte dies die "Feuerglocke". Die große, im Friedensjahr 1648 vermutlich aus Kanonenschrott des Dreißigjährigen Krieges gegossene Glocke trägt am Glockenrand die Inschrift:

"Meinen Klang gieb ich - Gott lob und preis ich - allen Christen ruff ich - die hohen Fest sing ich - die schädtling Gewitter vertreib ich - die Toten bewein ich - gott erbarm sich. Lust und lieb zu seinem Ding - macht alle Mühe und Arbeidt gering."

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Der Pranger

 

Die sogenannte "Bamberger Elle" am Rathauseck steht in direkter Beziehung zu den von Kaiser Wenzel 1397 verliehenen Marktrechten und war u. a. für die Tuchhändler verbindlich. Die früheren Längenmaße orientierten sich zumeist am menschlichen Körper. Ein Schuh maß ca. 30 cm; die "Bamberger Elle" weist 67 cm auf.

Ein Relikt mittelalterlichen Strafrechts stellt der alte Pranger vor dem Rathaus dar (ZEICHNUNG). In der Geschichte der Menschheit hat unser Strafrecht unzählige Stationen und Variationen durchgemacht.

Besonders nach dem Dreißigjährigen Krieg als viel Volk hin- und herzog waren die Sitten stark verwildert. Gegen Zuchtlosigkeit und Sittenverfall kämpfte besonders die Kirche, wofür sie mannigfaltige Kirchenstrafen verhängte: Wegen Gotteslästerung und Fluchens sollte 1642 ein Zeiler "andern zu einem Spiegel" an einem Stock vor der Kirchentür gebunden werden. Dagegen legte jedoch der Stadtrat Einspruch ein, "weilen es eine große Schand und Spott" wäre und es sich um die erste Verfehlung handelte.

Die Wirkung des Prangers hing hauptsächlich von der Öffentlichkeit ab. Ziel war die öffentliche Erniedrigung und Demütigung.

Die "fleischliche Vermischung" zweier junger Leute bedeutete in Zeil für die Obrigkeit) ein öffentliches Ärgernis. Noch Mitte des 18. Jahrhunderts sind solche Leute dazu verurteilt worden, am Sonntag nach dem Gottesdienst "mit angeschlagener Geige" (ZEICHNUNG) und einem ströhernen Kranz auf dem Kopf zur Abscheu anderer auf dem öffentlichen Markt ausgestellt zu werden. "Gefallenen Personen" waren in der Kirche die vorderen Plätze verwehrt. Auch bei Prozessionen durften sie nur am Schluß gehen.

Auch für leichtfertige Reden gegen Mitbürger und für Feld- und Flurdiebstähle sind solche Strafen am Pranger ausgesprochen worden, wobei die Geige mit den jeweiligen gestohlenen Gegenständen behängt und drapiert wurde.

Die Wirkung des Prangerstehens lief auf jeden Fall auf eine Minderung des sozialen Ansehens hinaus und machte den Täter zumeist ehrlos. Wer allerdings genügend Geld hatte, konnte sich oft mit einer Geldstrafe freikaufen. So war diese schmähliche Strafe fast nur den armen Leuten vorbehalten. Personen der gehobenen Schicht durften ohnedies nicht an den Pranger gestellt werden.

Wer sein Maul lästerlicherweise gebraucht hatte, wurde in Zeil zum Tragen eines sogenannten Schnabels aus Eisen verurteilt. Diese Schandmaske (ZEICHNUNG) war ebenfalls ein Relikt des Mittelalters und ist in unserer Stadt zuletzt in der Mitte des 18. Jahrhunderts eingesetzt worden.

Auf dem Marktplatz wurden aber auch Körperstrafen verabfolgt, denen manchmal die Verweisung aus der Stadt folgte. Relativ mild dagegen waren die Strafen für die "Weibsleut", denen das sogenannte "Narrenhäuslein" - eine Art Käfig - vorbehalten war. Die Männer dagegen mußten ihre Vergehen im "Krausenturm" (Turmgefängnis) büßen.

Ein nach damaliger Auffassung "humanes Strafrecht" löste nach der Säkularisation 1803 diese Strafen ab.

Wer durch unsere Altstadt geht, entdeckt an vielen Fassaden Hausinschriften. Sie können als eine Art Lebensphilosophie des kleinen Volkes angesehen werden. Ein Spruch neben der Ratsapotheke fällt insofern aus dem Rahmen, als er nur in Zeil zu finden ist und (noch) in keinem der vielen Sprichwörterlexikas erwähnt ist. Er ist von dem ehemaligen Ehrenbürger, dem Apotheker Carl-Theodor Speth (1873 bis 1965), getextet worden:

 "Die Apotheke ist die Stätte, die uns rette auf der Flucht vor dem Himmel, den man sucht"

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Fachwerk: Marktplatz 4

 

Unsere Stadt wirbt mit dem Slogan: "Fachwerk, Frohsinn, Frankenwein". Bei unserem Gang durch die fachwerkreichen Gassen sollen Sie daher auch etwas über Sinn und Bedeutung des fränkischen Fachwerks erfahren.

Dieses Haus gegenüber dem Rathaus zählt zu den ältesten Fachwerkbauten in der Stadt. Ehemals war dieses Haus ein Gasthaus. Der Mittelpunkt einer Gemeinde bestand einst aus Kirche, Rathaus und Wirtshaus.

Außer stilistischen und konstruktiven Merkmalen zeigt das Fachwerk vielfältige Symbole, Sinnbilder und Schreckmasken. Sie gehen zumeist auf heidnische Ursprünge zurück.

Im streng gotisch gefügten Gebälk überwiegt der sogenannte "Wilde Mann", ein runenartiges germanisches Bannzeichen gegen böse Geister (ZEICHNUNG). Das "Wilde Mann"-Element tritt an den Häusern in Zeil in vielfältiger Form hervor.

Die sehr gefällige Renaissance-Steinpforte im Untergeschoß stammt aus dem Jahre 1623. Der Steinfraß hat gerade in den letzten Jahrzehnten an den Gebäuden oft größere Schäden verursacht als in den 200 Jahren zuvor. Die Erhaltung historischer Steindenkmäler ist für die Stadt und ihre Bürger eine teure, aber notwendige Verpflichtung.

Jüngeren Datums ist die barocke Haustüre. Noch in den Nachkriegsjahren hat es derartige zumeist kunstvoll gearbeitete zweiteilige Haustüren zuhauf gegeben. Leider sind sie in den sechziger Jahren einem allgemein verbreiteten Modernismus zum Opfer gefallen.

Eine Eigenart fränkischen Fachwerks ist die tiefempfundene und gepflegte Marienverehrung. Holzgeschnitzte Madonnen zieren oder zierten die Fachwerkfassaden, in denen die Runen und andere heidnische Symbole mehr und mehr zum bloßen Schmuck degradiert werden. Die Marienstatuen sollen dem Haus zur Fürsprache für Glück, Segen und Wohlergehen sowohl für die Bewohner als auch für das Gebäude selbst dienen. Wie sehr religiöser Glaube und Aberglaube an den Fachwerkfronten vereint waren, zeigt das heidnische Fratzengesicht bzw. der Schreckkopf am Balken. Er soll die bösen Geister fernhalten.

Schreckköpfe findet man im Umkreis des Marktplatzes und der Oberen Torstraße noch häufig, oft auch als Schlußstein in Rundbogentoren oder über dem Hauseingang. Mit dem schreckeinflößenden Fabelwesen meinten unsere Vorfahren, Unheil von Haus und Hof fernhalten zu können. Die furchterregenden Gesichter sollten die Dämonen abwehren, gewissermaßen Gleiches mit Gleichem bekämpfen. Auch die Schutzgottheiten des tibetanischen Buddhismus sind ungeheuer schrecklich, mit weitgeöffnetem Rachen und Reißzähnen dargestellt.

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Grohe-Häuschen

 

Einst diente dieses kleine Häuschen (ZEICHNUNG) als "Dienstwohnung" für den städtischen Ratsdiener bzw. Hirten. Auch die Stadtschreiberei war zeitweise hier untergebracht. 

Behausungen wie diese nannte man früher "Tröpfler-Haus". In ihnen wohnten zumeist Tagelöhner, die weder einen Hof noch einen Garten ihr Eigentum nennen konnten und oft auch keine Haustiere halten durften. Die Grenzen ihres bescheidenen Besitzes zeichneten die Regentropfen ab, die von der Dachrinne ihres ärmlichen Häuschens herabfielen und im Boden eine seichte Vertiefung eingruben. Daher leitet sich für die Bewohner die Bezeichnung "arme Tröpfe" ab. In der Zeiler Altstadt gibt es noch einige solcher Häuschen. 

Seit der Renovierung im Jahr 1987 beherbergt dieses kleine Gebäude, das die komfortgewohnten Menschen an die Wohnverhältnisse unserer Vorfahren erinnern sollte, das Fremdenverkehrsbüro. An dieser Stelle, dem Eingang zum ummauerten Kirchhof, standen an festgelegten Tagen die Stadtarmen, um von den Kirchenbesuchern ihr Almosen zu erbetteln. Auch ein sogenannter Kirchenpranger wird hier vermutet. Auf ihn mußten sich jene stellen, die sich zum Beispiel eines sittlichen Vergehens oder einer Gotteslästerung schuldig machten, welche die Kirche befugt war zu ahnden; "mit einer Ruten und brennenden Kerzen in den Händen, andern zum Abscheu".

 Wir treten nun in den Kirchhofbereich ein.

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Kirchhof

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ließen sich noch viele Zeiler innerhalb der Kirchhofmauer begraben. Zuletzt dehnten sich die Gräber sogar bis zum Eingang des Rathauses auf dem Marktplatz aus. Eine kurfürstlich-bayerische Verordnung untersagte 1803 aus sanitätspolizeilichen Gründen die innerhalb einer Ortschaft befindlichen Leichenhöfe. In der nördlichen Mauer des Kirchhofes sind noch einige alte gotische Grabstein-Reliefs aus dem 17. Jahrhundert erhalten, die leider immer mehr verwittern.

Einige wohlhabende Familien zahlten den hohen Preis und ließen sich im Kreuzgang der Pfarrkirche beisetzen. In der Kirche in unmittelbarer Nähe zu den Altarreliquien bestattet zu werden, ließ den Beistand des Heiligen erhoffen. Unverkennbar war aber auch der Wunsch, den Verstorbenen zu ehren sowie die Absicht, den sozialen Rang der eigenen Familie in der Kirche zu dokumentieren. Im Kreuzgang des Inneren der Pfarrkirche lassen sich - allein im 18. Jahrhundert - 18 Bestattungen zumeist von Leuten der hiesigen Oberschicht nachweisen.

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Kapelle St. Anna

 

Beinahe hätte man 1903 diese zu den ältesten Bauwerken Zeils zählende Kapelle (Konsekrierung 1412) für eine Rathaus- und Schulerweiterung abgerissen. Das Dach trägt eine kleine Glocke. In den früheren Jahrhunderten konnte der Bürgermeister mit dieser Glocke die Bürger zusammenrufen lassen, wenn es etwas bekanntzumachen gab. Oft wurden von der im sogenannten "Verkündraum" des Rathauses versammelten Bürgerschaft - wobei die Anwesenheit der Bürger Pflicht war - per Abstimmung kommunale Angelegenheiten in direkter Demokratie entschieden oder Arbeiten für die "gemeine Stadt" an die Wenigstnehmenden verstrichen.

Im 19. Jahrhundert sind in dieser Kapelle (ZEICHNUNG) heilige Messen gefeiert worden, "für Weiber, welche ihre Geburt nahe seyndt und die Fürbitt der St. Anna anflehen". Manchmal erhielten in dieser Kapelle Hausarme der Stadt - nach gehörtem Gottesdienst in der Pfarrkirche - ein Almosen im Auftrag der Obrigkeit ausgeteilt

Bemerkenswert ist das mit mittelalterlichen falzlosen Rinnenziegeln bedeckte Dach, deren Zwischenräume mit einem Putzgrat geschlossen wurden. Zum besseren Zusammenhalt des Kalkmörtels mischte man früher Frauenhaare bei, wie dies fast bei allen Dächern der Altstadt der Fall ist. Sehenswert ist der eingezogene gotische Chor. Die kleine Kirche weist eine Besonderheit auf. Sie soll nördlich der Donau die einzige noch erhaltene Kirche sein, die einen Ziegelboden aufweist. Er steigt zum Altar hin an. Damit wird eine optische Vergrößerung des Raumes erreicht. Und auch die Decke unterstützt diese perspektivische Wirkung, indem die einzelnen Kassetten in der Decke vom Eingang hin zum Altar in ihren Längenmaßen von 125 auf 75 cm schrumpfen.

Leider ist die Kapelle nur bei Führungen oder nach Rücksprache mit dem Pfarramt bzw. der Stadtverwaltung zugänglich. Ein schlichter Rokokoaltar aus dem 18. Jahrhundert ist die Zierde des Inneren. Die stark zerstörten Fresken lassen ahnen, wie üppig die Wände einst bemalt waren.

Der Keller mußte zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zu Luftschutzzwecken ausgebaut werden. In seinem Gewölbe bewahrte man einst die Gebeine auf, die bei der Wiederbelegung der Gräber im alten Kirchhof freigelegt wurden. Beim Umbau zum Luftschutzkeller wurden die dort vorgefundenen Gebeine unzähliger Zeiler in der neugeschaffenen Erhöhung vor dem Kellereingang beigesetzt. Die nunmehr groß gewordene Linde wurde seinerzeit darübergepflanzt.

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Ölberggruppe

 

Ein Blickfang für die schmucklose Fassade der Pfarrkirche ist die doppelgeschossige Ölberggruppe mit dem darunterliegenden heiligen Grab. Vom Schlaf überwältigt sind die drei Jünger, während Christus vor der Felswand zusammengesunken seinem Tod entgegensieht. Ein Engel reicht ihm den Kelch des Leidens. Gestiftet hat diese Ölberggruppe in der Mitte des 18. Jahrhunderts Ottilia Kurtz, die Gattin des Erbauers dieser Kirche. Die Jesusfigur im unteren Teil war schwer beschädigt. Nachdem sie 1982 mit Acrylharz getränkt und erhitzt wurde, ist sie heute hart wie Granit.

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Führung durch die Kirche St. Michael

Die Altäre: Das imposante Rahmenwerk des Altaraufbaues erweckt den Eindruck eines kostbaren Marmorwerkes. Tatsächlich handelt es sich um eine marmorisierende Bemalung. Den Hochaltar hat 1723 der Bamberger Martin Walter gefertigt. Er schuf sechs Jahre später auch die Seitenaltäre.

Das Gemälde aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellt den Kampf des Erzengels Michael mit Luzifer dar. Die zu beiden Seiten des Altarblattes stehenden nahezu lebensgroßen Heiligenfiguren sind Kilian mit dem Schwert und Jakobus mit dem Pilgerstab. Auf den Konsolen stehen die hl. Katharina mit dem gebrochenen Rad und die hl. Barbara mit dem Turm.

Die Nebenaltäre: Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Josef geweiht. Das Gemälde aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird dem fränkischen Barockmaler Georg Sebastian Urlaub zugeschrieben. Flankiert wird das Altarblatt vom Stifter des Jesuitenordens Ignatius von Loyola und von Franz von Assisi, dem Stifter des Franziskanerordens.

Das Altarblatt des linken Altars stellt Maria, ohne Sünde empfangen, dar und ist ein Werk des Johann Peter Herrlein. Die fünfeckförmige Körperhaltung mit der stark ausgeprägten seitlichen Neigung des Kopfes wiederholt sich im Deckengemälde des Künstlers. Die links und rechts postierten Figuren sind: Dominikus, Stifter des Dominikanerordens, und Bernhard von Clairvaux, Erneuerer des Zisterzienserordens. Die Bilder beider Nebenaltäre sind erst 1937 erworben und angebracht worden.

Die Kanzel: Vermutlich aus der Jesuitenkirche (der heutigen Martinskirche) in Bamberg stammt das sehr kostbare Kunstwerk, welches die Zeiler 1717 für ihre neue Pfarrkirche erworben haben. Leider ist der Künstler unbekannt, Fachleute vermuten sogar einen Ordensangehörigen. Sie brachten u. a. den Italiener Andrea Pozzo hervor. In den Schnitzereien am Korpus und dem Schalldeckel der Kanzel sind Einflüsse italienischer Renaissance zu erkennen. In den von gedrehten Säulen getragenen Nischen stehen die vier Evangelisten. Sie werden dem Bamberger Bildhauer Sebastian Degler zugeschrieben. Leider wurde die Mathäus-Figur in den sechziger Jahren aus der Kirche gestohlen. Sie ist nun wieder durch eine Reproduktion ersetzt worden.

Bemerkenswert ist der Erzengel Michael in der Bekrönung. Die Figur hat gewisse Ahnlichkeit mit antiken Hermesstatuen. Sowohl die heidnischen Götterboten als auch der biblische Cherub gelten als Boten zwischen Gott und den Menschen. So stellt der hl. Michael den Geleiter der Seelen ins Jenseits dar. Die Seelenwaage in der einen und das Flammenschwert in der anderen Hand sind seine Kennzeichen. Halb als Reptil, halb als Mensch windet sich unter den Füßen des Erzengels der besiegte Luzifer.

Kirchengestühl: Sehr harmonisch fügen sich die Kirchenbänke ins Gesamtbild ein. Die kunstvoll um 1720 geschnitzten Betstuhlwangen sind vermutlich das Werk des Zeiler Zimmermanns und Bildhauers Jörg Hofmann, der das schönste Zeiler Fachwerkhaus unterhalb des Marktplatzes geschaffen hat.

Heiligenfiguren: Das älteste Stück ist die spätgotische Figur des hl. Urban, dem Schutzpatron der Winzer. Aus derselben Zeit (um 1500) stammt auch der hl. Stephanus. Beide Bildnisse entstammen wohl noch der alten Kirche.

Die Statue des hl. Michael wird heute wie früher von den Zeiler Steinhauern als ihr Schutzpatron bei Prozessionen mitgetragen.

Aus dem 17. Jahrhundert dürfte die Tonplastik der Pieta stammen, während die Holzfigur des hl. Laurentius eine Arbeit des Spätbarocks ist. Als Symbol seines Martyriums hält Laurentius im Diakongewand ein Rost.

Die in den Wandnischen plazierten lebensgroßen Holzplastiken werden dem Bildhauer Thomas Wagner zugeschrieben. In der Mitte des 18. Jahrhunderts hat dieser Künstler ähnliche Figuren im Bamberger Umland geschaffen. Darauf hinzuweisen ist, daß alle Figuren in den Nischen aus Lindenholz gefertigt und - einer Mode der damaligen Zeit entsprechend - polierweiß übermalt und mit Gold verziert wurden. In der Wand des Haupteinganges stehen (von links nach rechts) Benedikt von Nursia, der hl. Nepomuk mit Kreuz, die hl. Helena mit Kreuz und Nagel, der hl. Antonius von Padua mit dem Jesukind, der hl. Nikolaus mit Buch und Äpfeln und der hl. Longinus mit der Lanze und dem Stab mit dem Essigschwamm. Die gegenüberliegende Wand zeigt in den Nischen den hl. Wendelin mit Schaufel, Schaf und Rind, Johannes den Täufer, die hl. Madonna und die Mutter Anna mit Maria. Sie gilt als das gelungenste Werk.

Stukkatur: Die Stuckornamente des Deckengewölbes führte 1760 - über 30 Jahre nach Fertigstellung der Kirche - der aus Eltmann stammende Peter Hellmuth aus. Die "lodernde Pracht" an den Gesimsen, über den Fensternischen und an den Rahmen der Deckengemälde harmoniert in Gestalt und Farbe mit den Altären.

Sein Meisterwerk hat der aus Kleineibstadt bei Bad Königshofen stammende Künstler Peter Herrlein wohl mit dem imposanten Fresco im Langhaus geschaffen. Es symbolisiert die leidende, streitende und triumphierende Kirche. Auch hier besticht eine gewaltige Scheinarchitektur. Durch die Einbeziehung des Himmels wird ein sich ins Unendliche erweiternder Raum vorgetäuscht. Am unteren Bildrand sind die leidenden Seelen im Fegfeuer dargestellt. Die streitende Kirche manifestiert sich auf dem stark gekröpften, die Erdkugel darstellenden Gesims durch die Vertreter aller Völker und Menschenrassen. Die Herrlichkeit des Himmels mit der Schar der Engel und Heiligen stellt den dritten Teilbereich der Bildkomposition dar.

Mittelpunkt des Geschehens ist die triumphierende Kirche als Braut Christi. In kostbare Gewänder gehüllt, schwingt sie sich ihrem Herrn entgegen, den Kelch als Zeichen des Sieges in Händen haltend. Die Ecclesia wird geleitet von zwei Engeln, die die Insignien der kirchlichen Herrschaft (Papstkreuz und Tiara) tragen. Das Gnadenlicht des Heiligen Geistes erreicht die unreinen Seelen, die, an Postamente der Sünde gekettet, in der läuternden Glut des Fegfeuers schmachten. Ein Engel versucht, einen leidenden Menschen zu fassen. Festklammernd an der erlösten Seele versuchen einige andere dem Feuer zu entkommen. Ein kleines Engelchen versucht zur Linderung der Schmerzen einen Rosenkranz ins Feuer zu senken.

Inmitten gewaltiger palastähnlicher Säulen haben sich die Repräsentanten der Kirche zusammengefunden. Diesmal als weltliche Herrscherin mit Krone und Zepter rückt die Personifikation der Kirche ins Bild, eingehüllt in einen Hermelinmantel, der von dem Symbol der Dreieinigkeit, dem Auge Gottes, zusammengehalten wird.

Zwei Männer mit Talaren, der eine mit Halskrause, versinnbildlichen den Protestantismus und den Calvinismus. Aus dem Mund eines nichtkatholischen Predigers läßt sich eine Schlange erkennen. Sie symbolisiert den Teufel und zugleich die Lüge. Die alljährlich unter diesem Bild gehaltenen ökumenischen Gottesdienste machen deutlich, wie sehr sich die beiden Kirchen entgegengekommen sind. Daran ändert auch nichts, daß der himmlische Cherub auf dem Fresco seinen Bannstrahl auf die vermeintlichen Irrlehrer herabschleudert.

Zu den Personen dieses gewaltigen Gemäldes meint der Kunstkenner Johann Pfeufer: "Betrachten wir seine Engel und Apostel, dann schauen uns fränkische Bauernköpfe des 18. Jahrhunderts an: breit, ungelenk, so war bis in die Tage unserer Kindheit der Typ des von frühester Jugend an hart arbeitenden und entbehrenden Bauern und Handwerkers." Wenn man so will, schauen uns mit den Gesichtern dieser Personen die Vorfahren der Zeiler an.

Abendmahl-Fresko: Das Fresko im Chorraum stellt die Abendmahlszene dar. Christus und sein Lieblingsjünger Johannes sind die zwei ruhenden Pole inmitten einer ratlosen Apostelschar, die, wie es scheint, eben die verhängnisvolle Botschaft erfahren hat: "Einer von Euch wird mich verraten!" Der Verräter Judas - den Sack mit dem Blutgeld in der Hand haltend - wendet sich schlechten Gewissens von der Tafel ab. Judas nimmt sowohl im szenischen Aufbau als auch in der Farbkomposition eine Außenseiterrolle ein. Ihm zu Füßen nagt ein kleiner Pudel - vielleicht den Satan symbolisierend - an einem Knochen.

Der Künstler verstand es besonders, durch eine gemalte Scheinarchitektur den Eindruck einer großen, geräumigen Halle zu vermitteln.

Grundsätzlich muß zu den Absichten der Kirchenmalerei daran erinnert werden, daß derartige Bilder dem einfachen, des Lesens oft nicht mächtigen Beschauer die Glaubenswahrheiten nahegebracht und die Herrlichkeit des Himmels als erstrebenswertes Ziel vor Augen geführt werden sollten.

Bleibt noch der Hinweis auf die in den vier Ecken des Kirchengewölbes plazierten Medaillons mit den abendländischen Kirchenlehrern: Über dem Marienaltar Papst Gregor der Große; über dem Josefaltar ist die ausgemergelte Gestalt des Einsiedlers Hieronymus zu erkennen, über der Orgelempore an der Haupteingangsseite erkennt man im Bischofsornat Ambrosius. Gegenüber ist der hl. Augustinus mit einem Stapel von Büchern dargestellt.

Das Wappen über dem Chorbogen weist auf den damaligen Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim hin, der als geistlicher Herr anstelle der 1739 abgezogenen Mönche des Klosters Langheim trat.

Die Turmhalle: Vermutlich im 14. Jahrhundert ist das Erdgeschoß des Kirchturmes entstanden. Bis zum Neubau der Kirche im Jahre 1713 befand sich hier der Chorraum mit anschließender Sakristei. Von der einstigen Vorschrift, das Allerheiligste unter sicherem Verschluß aufzubewahren und Sakralien aus Stein und Ziegeln zu fertigen, zeugen noch die Anschlagstellen für Kloben und Schloß am einstigen Sakramentshäuschen. In der Frühzeit kam es verschiedentlich zu Hostienfrevel und bei Kirchenbränden zum Verlust der Hostien. Die sogenannte "Alte Sakristei" erfüllt heute ihren Zweck als Taufkapelle. Ursprünglich diente dieser Raum als Friedhofskapelle. Einen deutlichen Hinweis darauf gibt die Unterkellerung, die einmal ein Ossanum beherbergt haben dürfte. Die - wegen der Wehrkirche - begrenzte Fläche für die Anlegung von Gräbern machte es notwendig, die Gebeine aus den freigemachten Gräbern pietätvoll aufzubewahren.

Die etwa 600 Jahre alten Fresken an den Wänden und am Gewölbe haben lange Zeit unter Putz gelegen, bis sie 1957 wieder freigelegt wurden. An der Westwand sind Kaiser Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunda, die Stifter des Bistums Bamberg, zu sehen. Dieses Motiv mit dem Bamberger Dom in den Händen, gibt es noch als Steinrelief an der "Alten Freyung". Zu sehen ist noch das alte Reichswappen. Am unteren Bildrand reihen sich das Wappen der Grafen von Luxemburg und das Hochstifts-Wappen, das zugleich auch das Wappen der Stadt Zeil ist, aneinander.

Ziemlich stark zerstört ist das Gemälde gegenüber dem Eingang. Es stellt vermutlich die Verspottung und die Dornenkrönung Christi dar. Am Fenster sind die Umrisse eines Bischofs zu sehen, der in den Händen einen Krummstab hält. Ihm gegenüber vermutet man die Gestalt eines Hohenpriesters. Es ist nicht auszuschließen, daß die beiden Figuren das Christentum und das Judentum symbolisieren.

Wir verlassen nun den vom Durchgangsverkehr weitgehendst unberührten Kirchplatz. Durch den kleinen Spitzbogen gehen wir links hinunter zur Hauptstraße und steuern den Stadtturm an.

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Obere Torstraße, Hauptstraße

 

Der Stadtturm

 

Das besterhaltene Stück der einstigen Wehranlage aus dem 14. Jahrhundert ist der Obere Stadtturm (ZEICHNUNG). 1725 erhielt dieses stadtbildprägende Wahrzeichen anstelle des ursprünglichen Spitzdaches mit vier Ecktürmchen die heute barocke Zwiebelhaube mit einer zierlichen Laterne.

24 000 Nägel waren für die Befestigung der Schieferplatten nötig. Das Stadttor mit der Zugbrücke über einen heute nicht mehr sichtbaren breiten Graben ist abgebrochen. Zu sehen ist an der Südseite des Turmes noch ein Gußerker, mit dessen Hilfe Eindringlinge bekämpft werden konnten.

Tagsüber oblag dem Turmwächter die Aufgabe, ein Warnsignal mit einem Horn zu blasen, wenn sich verdächtige Personen der Stadt näherten. Mit einem ausgehängten weißen Tuch zeigte er die Richtung an, aus der Gefahr drohte. Im 17. Jahrhundert verlangte der Rat von den Turm- und Nachtwächtern, daß sie "uff Feuer fleißig Achtung geben, auch wo etwan sich im Firmament ein Wunderwerk ersehen ließe, alles fleißg anzeigen". 1878 schrieb eine Turmwächter-Ordnung das Stundenblasen im Winter ab 9 und im Sommer ab 10 Uhr vor. Nach Mitternacht war der Türmer gehalten, bei jeder Stunde zu blasen und daneben auf auskommendes Feuer und auf alle polizeiwidrigen und ungesetzlichen Geschehnisse ein wachsames Auge zu haben.

Die Verpflichtung, daß der Türmer in der Nacht die Stunden anzusagen hatte, beruhte nicht auf dem Wunsch, auch des Nachts zu wissen, wie spät es ist. Vielmehr bedeutete die stündliche Ansage für die sicherheitsheischenden Bewohner die Gewißheit, daß ihr besoldeter Türmer wach ist. Das Türmerzimmer, zu welchem 132 Stufen führen, war noch bis zur Jahrhundertwende bewohnt. Der letzte Türmer hielt sich dort oben sogar eine Ziege.

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Propstenhof, Obere Torstraße 8

 

Die Spätbarockfassade mit dem Wappen des Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn, welches auch das Mainzer Rad zeigt, wird Dientzenhofer, dem Jüngeren, zugeschrieben. Bemerkenswert sind auch das Fratzengesicht im Torbogen und die Darstellung des hl. Michael als Drachentöter, der in Zeil Kirchenpatron und Schutzheiliger der Steinhauer ist. Es symbolisiert hier aber die Zugehörigkeit des Hofes zum Kloster Michelfeld.

An dieser Stelle stand der 1018 erwähnte Großhof. Der Hinweis aus diesem Jahr ist die erste Nennung Zeils. Der Vorgängerbau sollte - ähnlich einem Fort im amerikanischen Westen - die Hauptverkehrsstraße zwischen Schweinfurt und Bamberg sichern helfen.

Eigentlich wünschte der damalige Fürstbischof in seiner Residenzstadt, aber auch in den übrigen Städten seines Hochstifts Bamberg, solche Gebäude mit barocken Steinfassaden. Die rückwärtige Seite ist übrigens als Fachwerk aufgeführt. Sehr reizvoll und romantisch ist der Hof, in welchem in den letzten Jahren kulturelle Freilichtveranstaltungen in historischen Gewändern große Resonanz fanden.

Fünf Jahre bevor der Bischof diesen Bau (1706) in Angriff nahm, ließ er in einem Steuernachlaß für alle Neubauten aus Stein verkünden, daß derjenige Bürger oder Einwohner, welcher entweder "in Unserer allhiesigen Residenz- oder anderen Unseren Hochstiftischen Stätten einen Haus-Bau von puren Steinen mit zwei Stockwerken aufführen wird, 10 Jahre lang Steuerfreiheit genießen wird".

In Bamberg hat diese Verordnung dazu geführt, daß viele Fachwerkhäuser durch derartige Sandsteingebäude ersetzt wurden. Dieser Bau hat vermutlich auch seine Auswirkungen auf die Bauentwicklung in Zeil nicht verfehlt. Einige Häuser sind im Bereich des Marktplatzes in "puren Steinen'' errichtet worden. Die Besitzer von Fachwerkhäusern begannen von nun an, das Holz mit einem Mörtel zu überwerfen, um zumindest eine - nun modische - Steinfassade vorzutäuschen.

 

Mut zu Farben ist seit jüngster Zeit bei der Bemalung der Fachwerkhäuser zu beobachten. In früherer Zeit mischte man für den Anstrich des Holzes rote Erde mit Ochsenblut zu einem dicken Brei und goß etwas Firnis hinzu. 1908 wurde dieses "Rezept" im Haßfurter Amtsblatt als Empfehlung abgedruckt. Dieser "historisch echte" Anstrich ist damals noch modernen Ölfarben vorgezogen worden, weil er bei gleicher Konservierung der Holzteile die Maserung zutage treten laßt, die bei Ölfarbenanstrich verdeckt wird.

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Das Finanzamt

 

In die Südwestecke des Stadtmauerdreiecks baute der Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn ein Jagdschloß, das dieser auch häufig in Anspruch nahm. Den Zeiler Bürgern oblag dann, die abgestellten Kutschen und Wagen auf dem nahen Marktplatz des Nachts zu bewachen. Seit 1818 ist hier das Finanzamt untergebracht, nachdem es vorher schon als Kastenhof gedient hatte, in welchem die Bürger ihre Abgaben in Geld oder Naturalien abliefern mußten. Die Steine haben bereits im Bauwerk der einstigen - im Bauernkrieg zerstörten - Schmachtenburg ihre Dienste geleistet.

Nun gehen wir auf der rechten Straßenseite stadteinwärts. Jedes der Fachwerkhäuser dieser Straße ist eine Sehenswürdigkeit. Die gewaltigen Schäden, die der tägliche Autoverkehr an den Gebäuden hervorruft, können gerade hier an den Fassaden vor Augen geführt werden. Wenn Sie diesen Spaziergang nicht gerade im Winter unternehmen, wird Ihnen sicher der bunte Blumenschmuck an den Fenstern nicht verborgen bleiben, der in Zeil jedes Jahr prämiert wird. Etwas unterhalb des Marktplatzes haben wir auf dem nun breiter werdenden Gehsteig genügend Platz, um zwei sich gegenüberstehende prächtige Fachwerkbauten betrachten zu können.

Erleben Sie aber auch die herrliche Kulisse eines der schönsten Plätze der fränkischen Kleinstädte. Werfen Sie von hier aus einen Blick zurück in die Obere Torstraße, die neben dem Marktplatz und der Speiersgasse zu den sehenswertesten Bau-Ensembles unserer Stadt zählt.

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Jörg-Hofmann-Haus, Hauptstraße 3

 

Zu den kunstvollsten Fachwerkhäusern in Franken zählt dieses Werk des Zeiler Zimmermanns Jörg Hofmann (1660 bis 1734). (Neueste Forschungen zu Jörg Hofmann von Heinrich Weisel). Er hat es 1689 für seinen wohlhabenden Schwager gebaut. Teilweise noch aufwendiger schuf Hofmann ähnliche Kunstwerke in Burgkunstadt (Rathaus), in Scheßlitz (Dilligsches Haus) und im benachbarten Königsberg (Uhrmacherhaus). Auch die sogenannten "Hölzernen Männer" in Baunach werden ihm zugeschrieben.

Mit seiner Kunst beschritt Jörg Hofmann neue Wege und war aus diesem Grunde seinen Handwerksgenossen weit voraus. Sein Stil bestand darin, das vordem flächenhaft gestaltete Fachwerk mit starken plastischen Formen zu durchsetzen (ZEICHNUNG). Hierdurch wurde eine dekorative Wirkung erzielt, wie sie bislang nur mit der Technik des Steinbaues verwirklicht werden konnte. So erfüllte Hofmann offenbar den Wunsch nach einem Steinbau in Holz. Neben der Verminderung der Feuersgefahr war wohl auch der sich immer mehr abzeichnende Holzmangel der wichtigste Beweggrund dafür, daß der Bamberger Fürstbischof den Bau von Steinfassaden steuerlich begünstigte. Man kann davon ausgehen, daß ein Fachwerk dieser Größe ca. 80 bis 100 Stämme Holz beanspruchte.

"Jörg Hofmann, Zimmermeister von Zeil" (JHZVZ) war das Markenzeichen eines zwar selbstbewußten, oft auch eigenwilligen, aber auch sehr bescheidenen Handwerksmeisters. Alte Stadtrechnungen belegen, daß der Meister nicht nur kunstvolle Fassaden fertigte, sondern sich auch nicht zu schade dafür war, für ein paar Kreuzer ganz gewöhnliche Arbeiten, wie das Verlegen von Bodendielen, zu erledigen.

In diesem Fachwerk genügten die Initialen JHZ (Jörg Hofmann, Zimmermann). Bei der Buchstabenfolge HRDJ vermuteten die Experten bislang, es seien die Anfangsbuchstaben eines Spruches. Erst kürzlich konnte jedoch der Nachweis erbracht werden, daß es sich um die Initialen seines Schwagers (Hans Rügheimer, der Jüngere) handelt.

Die Reben und Trauben weisen auf den heimischen Weinbau hin, und sie dürften wohl auch eine Anspielung auf das einstige Gastwirtshaus sein. Am Fuße des rebenumschlungenen Fensterpfostens schnitzte Hofmann eine Drossel, die Trauben stiehlt. Die Füllhölzer unterhalb der Fenster sind besonders reich verziert.

Im Inneren hat man in den sechziger Jahren die schönen Stuckdecken mit einer Zwischendecke versehen. Aus dieser Zeit stammen auch die nicht sehr ins Bild passenden Schaufenstereinbauten.

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Schwarzer Adler - Geburtshaus von Alberich Degen, Hauptstraße 8

 

In diesem imposanten Fachwerkhaus kam 1625 der spätere Abt des Zisterzienserklosters Ebrach, Alberich Degen, zur Welt. Seine Mutter ist in den schlimmen Zeiten der Hexenverfolgung 1628 als Hexe verfolgt worden.

Der "Sohn einer Hexe" brachte es zu einem der bedeutendsten Äbte seines Klosters, in welchem er von 1658 bis 1686 wirkte. Sein Verdienst war es u. a., die Silvanerrebe aus Österreich in Franken eingeführt zu haben. Zeil hat daher allen Grund, ihn als den "Festpatron" des seit 1985 abgehaltenen und im gesamten fränkischen Raum bekannten "Altstadt - Weinfestes" zu ehren.

Im Dreißigjährigen Krieg sollen die Stadtväter in diesem einstigen Gasthaus "Zum Schwarzen Adler" die Schlüssel der Stadt an den schwedischen Obristen Klaus Hastver übergeben haben. Seine Soldaten hatten zuvor in der eingenommenen Festungsstadt Königshofen die dortigen Bürger mit ihrem Rauchen beeindruckt. Diese meinten nämlich, die schwedischen Fremdlinge hätten Feuer im Leib, da ihnen der "Rauch zum Halse herausquoll". Die schwedische Tabakoffensive hat sicher auch die Zeiler in Erstaunen versetzt und sie erstmals mit dem Rauchen, oder wie es damals hieß "Tabaktrinken" , bekannt gemacht.

Klaus Hastver ist beim Sturm auf das Schloß Reichenschwand bei Lauf 1634 gefallen. Er ist in der Predigerkirche in Nürnberg begraben.

Bis zur Eröffnung der Eisenbahn im Jahre 1852 hielt vor diesem Gasthaus die Postkutsche. Das Fachwerk ist erst nach dem letzten Krieg freigelegt worden. Ein Fratzengesicht findet sich am Haus Nr.10, links neben diesem Haus, im Türstein.

Nachdem Sie die Hauptstraße überquert haben, setzen Sie den Gang in der "Lange Gasse" fort. An der Ecke zur oberen Heppengasse finden Sie ein sehr liebevoll restauriertes Fachwerkhaus. Spötter in unserer Stadt sagen: "Wer a alts Haus und a junga Fraa hat, der hat immer was zu tun. "Die Hausinschrift des in der Gassenmitte hervorschauenden Fachwerkhauses werden Sie von hier aus nicht lesen können. Wegen seiner tiefen Lebensweisheit wollen wir Ihnen diesen Spruch nicht vorenthalten: "Mögen Stürme brausen, drinnen oder draußen: Dieses Haus bleibt stehen. Denn es weiß, dies Brausen wird vorübergehen."

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Lange Gasse / Stadtmauer

 

Die (enge) "Lange Gasse" ist bis vor 120 Jahren Teil der Zeiler Ortsdurchfahrt gewesen, durch die sich alle durchziehenden Kriegsheere gezwängt haben. Ein alter Knüppeldamm ist noch gassenabwärts in 1,30 Meter Tiefe vorhanden - fast höhengleich mit der Altach, dem Bach vor der Stadt. Dieser diente als erstes Hindernis vor der östlichen Stadtmauer. Einige noch gut erhaltene Gewölbebögen des einstigen Wehrganges und sogar eine Schießscharte sind noch erhalten (ZEICHNUNG). Sie finden diese Stelle etwa 100 Meter südlich Ihres Standortes. Insgesamt hat die Stadtmauer eine Länge von 960 Metern. Die Grundfläche der einstigen Wehranlage entspricht etwa der von zwei Fußballplätzen.

Nicht nur vor Feinden, Landstreichern, Bettlern, Pestkranken und zwielichtigen Personen sollte die Stadtmauer schützen. Sie hatte auch den Zweck, die vielen armen Mitbürger von den Äckern, Wiesen, Weinbergen und dem Wald fernzuhalten. Feld- und Walddiebstähle waren bis in jüngste Zeit gang und gäbe. Von abends bis frühmorgens durften sich nicht einmal die Besitzer auf ihren Grundstücken von den Flurhütern antreffen lassen. Bei Einbruch der Finsternis wurden die Tore geschlossen. Man konnte nicht nur nicht herein, sondern auch nicht hinaus, ohne zwingende Gründe vorzuweisen. Das Übersteigen der Stadtmauer galt als ein abscheuliches Verbrechen. Zwei junge Zeiler wurden deswegen 1666 dazu verurteilt, "mit Eisen geschlossen" und acht Stunden lang am Pranger gespannt zu werden "wiewohl sie wegen groß verübten Frevels, der Stadt und Land gar verweisen verdient hätten". Hier stand das Gegenstück zum Oberen Stadtturm (ZEICHNUNG). 1819 hat man ihn abgebrochen und die Steine für den Straßenbau verwendet. Die Landstraße war damals so schlecht, daß eine mit sechs Pferden bespannte Postkutsche einmal für die 18 km lange Strecke von Haßfurt bis Stettfeld sechs Stunden benötigte. Bei Ziegelanger, einem heutigen Stadtteil, versanken die Pferde bis an die Knie im Morast.

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Lange Gasse 13

Das mächtige Fachwerk des einstigen Wirtshauses am Eingang zur Judengasse war noch bis zum Ersten Weltkrieg unter Putz verborgen. Als das eindrucksvolle eichene Gebälk (ZEICHNUNG) zum Vorschein kam, nannte der damalige Besitzer seine Wirtschaft fortan "Deutsche Eiche". Bemerkenswert ist die Sonnenscheibe als Glücksbringerin für das Haus und dessen Bewohner.

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Lange Gasse 15

 

In dem zurückversetzten Anwesen lebte im 17. Jahrhundert der berühmte Zimmermann Jörg Hofmann. Ein weiterer - über die Grenzen Zeils hinaus - bekanntgewordener Zeiler bewohnte dieses Haus von 1836 bis 1920: Franz Burger. Er war nicht nur Bürgermeister dieser Stadt. Zwei Perioden gehörte er dem Deutschen Reichstag in Berlin an, weshalb damals alle Schnellzüge in Zeil anhielten. 50 Jahre lang wirkte er als Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Der spätere Ökonomierat war auch Mitglied jenes Ausschusses, der die Entmündigung des Märchenkönigs Ludwig II. zu prüfen hatte. Einem engen Vertrauten sagte er später nur, daß der König geisteskrank war. Angesichts der herrlichen Bauwerke (Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee) sollte man aber dem verschwenderischen Monarchen Nachsicht entgegenbringen. Es hat in der Geschichte wohl "verrücktere" Gestalten gegeben, die durch angezettelte Kriege der Nachwelt nur Unglück hinterlassen haben.

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Synagoge, Judengasse 18

 

Wir durchlaufen nun die Judengasse entlang der einstigen Stadtmauer. Bereits im 14. Jahrhundert sind in Zeil Juden nachgewiesen. Höhepunkt jüdischen Lebens waren die sechziger und siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, bevor die Abwanderung in die großen Städte begann. In diesen Jahren lebten hier elf Familien jüdischen Glaubens, zusammen ca. 70 Personen. Die meisten beschäftigten sich mit dem Viehhandel, aber auch mit Landwirtschaft und sogar mit Handwerk. Im gesellschaftlichen Leben der Stadt waren sie voll integriert. Die Kaufmannsfamilie Ullmann, zuletzt wohnhaft in der heutigen Ratsapotheke am Marktplatz, übersiedelte nach Bamberg und Fürth und brachte es dort zu Reichtum und Ansehen. Zwischen 1840 und dem Ersten Weltkrieg wanderten aus Zeil allein ca. 480 Personen nach Amerika aus. Darunter waren 14 jüdische Bürger. Gemessen an der Bevölkerungszahl war dieser Anteil ziemlich hoch. Dieser Umstand sollte sich für einige Zeiler Juden in den Nazi-Jahren als ein Rettungsanker für die Flucht über den großen Teich erweisen.

Sichtbares Zeugnis jüdischer Vergangenheit in Zeil ist die noch baulich unverändert erhaltene Synagoge. Sie entstand 1854 anstelle eines baufälligen alten Bethauses, welches sich bis dahin im Besitz eines jüdischen Händlers befand. 1846 verweigerten die Stadtväter seiner Tochter die Verehelichung mit einem jüdischen Baumwollweber aus Ansbach. Zum einen berief man sich auf das Judenedikt, das die Vermehrung jüdischer Familien verhinderte. Andererseits befürchteten die Stadtväter für die ohnedies hier kümmerlich lebenden Leinenweber eine lästige Konkurrenz. Die Befürchtung war nicht unbegründet, daß der weitgereiste, für neue Fertigungsmethoden aufgeschlossene jüdische Weber hier sein Gewerbe fabrikmäßig betreibt und die heimischen Weber brotlos macht. Nach einigen Jahren verkaufte die Judentocher das Haus an ihre Zeiler Glaubensgenossen. Ähnlich wie der jüdische Weber Levi Strauß aus dem oberfränkischen Buttenheim, der in Amerika die Produktion der weltbekannten Blue Jeans betrieb, wanderte sie mit ihrem Verlobten fast zur selben Zeit (1845) ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten aus.

Nachdem die Mindestzahl von zehn erwachsenen männlichen Juden nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr gegeben war, löste sich die hiesige jüdische Kultusgemeinde 1920 auf und schloß sich der Gemeinde in Haßfurt an. Dorthin sind auch die beiden Thorarollen aus dem 18. Jahrhundert gebracht worden. Bei der berüchtigten Reichskristallnacht 1938 wurden diese von den Nazis vernichtet. Aufbewahrungsort der Thorarollen war die wie üblich nach Osten ausgerichtete "Heiligen Lade". Unter diesem Thoraschrein befindet sich heute eine Gedenktafel zur Erinnerung an einstmals jüdisches Leben in Zeil. Im Keller der Synagoge befand sich einmal ein Ritualbad (Mikwe) für die Frauen.

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Speiersgasse

Die "Alte Freyung", Speiersgasse 21 

 

Die Inschrift "Wer in diese Statt fleucht, was er gethan hat, hat Fried darinnen, dieweil er darinnen ist", könnte auf einen Freihof hinweisen. Ehedem residierte hier der Kastner, bei dem die Steuern und Abgaben in Naturalien abzuliefern waren.

Freihöfe waren im Mittelalter angesichts von Selbstjustiz nicht ungewöhnlich. Sie waren Zufluchtstätte und Asyl für jene, die sich vor gesetzlosen Übergriffen schützen wollten. Der Standort der Freyung war recht günstig: Hier konnte man mit Hilfe des Hausherren begrenzt Unterschlupf finden oder auch unbemerkt durch das angrenzende Pförtlein durch die Stadtmauer entfliehen.

Ähnlich wie in Prichsenstadt, wo sich ein berühmter Freihof befand, ist in unmittelbarer Nähe eine jüdische Synagoge bzw. jüdische Ansiedlung. Gerade dieser Bevölkerungskreis war im Mittelalter ständig von Übergriffen bedroht. Das Asylrecht verliehen der Kaiser oder andere hohe Herrschaften. Zumeist waren auch Kirchen und Friedhöfe Stätten des Asyls. So werden auch heute noch Kirchen zuweilen von abschiebungsbedrohten Asylanten aufgesucht. Die kaiserliche Verordnung für den erwähnten Freihof im nahen Prichsenstadt lautet u. a.: "Wer die Freiheit bricht an einem, der in den Freihof geflohen ist, einem dahin nachläuft oder darinnen Gewalt treibt, dessen Leib und Gut ist verfallen."

Das Steinrelief mit der Jahreszahl 1514 zeigt Kaiser Heinrich und seine Gemahlin Kunigunda, welche den Bamberger Dom auf den Armen präsentieren - ein Zeugnis mehr für die einstige politische Bindung Zeils an das Fürstbistum Bamberg.

 

Kaiser Heinrich und Kunigunda sollen einer Sage zufolge das Gelübde ewiger sexueller Enthaltsamkeit geleistet haben. Als später Kunigunda der Untreue bezichtigt wurde, verlangte sie, daß ein Gericht über sie entscheiden solle. Als der Kaiser die zusammengerufenen Fürsten des Reiches zum Urteil über seine Gemahlin aufforderte, weigerten sich die Fürsten des Reiches aus Mitleid mit der edlen Frau, eine Entscheidung zu fällen. Darauf unterwarf sich Kunigunda einem sogenannten Gottesurteil und schritt barfuß über zwölf glühende Pflugscharen hinweg. Sie überzeugte durch das glückliche Bestehen dieser Feuerprobe den Kaiser von ihrer Unschuld.

 Nach dem Tode des Kaisers zog sie sich in ein Kloster zurück. Als sie starb, wurde sie im Dom zu Bamberg an der Seite ihres Gatten beigesetzt. Im Jahre 1200 sprach der Papst die einstige Kaiserin heilig.

 

Das Wappen im Relief (ZEICHNUNG) ist das Wahrzeichen eines im 16. Jahrhundert hier lebenden Amtskellers namens Leupold. Eine Frau aus dieser Familie stiftete 1453 eine jährliche Brotspende zur Unterstützung bedürftiger Kinder und armer Leute. Noch heute, mehr als 500 Jahre danach, wird für die edle Stifterin eine hl. Messe gelesen, für die die Stadt Zeil die Kosten als Rechtsnachfolgerin tragen muß.

Die herrlich geschnitzten Halbsäulen im Stil der Renaissance sind gottlob nicht, wie an manchen anderen Fachwerkhäusern, gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Hackbeil abgeschlagen und mit Putz überworfen worden, wie das mit dem übrigen Fachwerk geschehen ist.

Die "Alte Freyung" (ZEICHNUNG) ist seit Jahrhunderten eine Braustätte. Sie ist die letzte von einstmals neun Braustätten in Zeil. Sie zählt zur viertgrößten unter den insgesamt 21 Brauereien des Landkreises Haßberge. Der wohl schönste Biergarten zwischen Bamberg und Schweinfurt zieht an heißen Sommertagen unzählige Gäste an.

Die Speiersgasse hat noch am ehesten ihren ursprünglichen Charakter in die Neuzeit hinübergerettet. Sie merken es daran, daß sich hier - obwohl im Zentrum Zeils - noch kein Geschäftshaus etabliert hat. Eines Tages wird man diese Gasse auch wieder mit einem Kopfsteinpflaster versehen. Manche Fehler lassen sich wieder gutmachen.

Das Haus Nr.11 ist im Stil des späten Barock erbaut. Die Heiligennische hat in ihrem Schlußstein im Sturz den heiligen Geist als Taube von Gewölk umgeben. Die reichbewegte Sandsteinmadonna stellt die "Unbefleckte" (Immaculata) dar. Außerdem fielen die einstigen Schnitzereien (plastische Köpfe) barbarischen Beilhieben zum Opfer.

Sehr reizvoll stellt sich das Haus Nr.3 - Ecke Speiersgasse und Zinkengasse - dar. Es fällt durch den sehr schönen Lebensbaum, der aus dem Mund eines Männerkopfes herauswächst, auf (ZEICHNUNG). Die Schreckfratze soll besonders in der Nacht böse Gewalten von Haus und Familie abhalten. Die Sonnenscheibe ist durch Herzen mit daraus wachsenden Tulpen geschmückt. In diesen Merkmalen sind alle guten Wünsche vereint. Die von Herzen umgebenen Mal-Kreuze (X) im Giebel sind Zeichen für die Vermehrung des Glücks. Sie sind uns auch in der Mathematik als Zeichen für die Multiplikation geläufig.

In der Giebelspitze ist neben dem germanisch-heidnischen Fachwerksymbolen das christliche JHS eingeschnitzt.

Das Haus Nr.6 hat an der Südseite eine bemerkenswerte idyllische Altane. Das während des Dreißigjährigen Krieges entstandene Fachwerk hat niemals unter Verputz gelegen. Anders das gegenüberliegende, behäbig wirkende Barockgebäude mit vier Schleppgauben im Dach. Bei der Inschrift im Torbogen: "Förcht Gott, thue Recht, scheu niemand" handelt es sich um den Leitspruch der Zeiler Feldgeschworenen. Das Fachwerk des Hauses schräg gegenüber ist erst in den Nachkriegsjahren von dem einst modischen Verputz freigelegt worden. Die entstandenen Schäden sind erheblich.

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Speiersbrunnen

 

Dieser Brunnen ist anläßlich des 600jährigen Stadtjubiläums 1979 von dem Zeiler Möbelfabrikanten und Ehrenbürger Heinz Milewski gestiftet worden. Von einem hiesigen Steinmetzen aus Zeiler Sandstein gefertigt, stellt er die letzte Erinnerung an die früheren acht öffentlichen Brunnen dar. Sie und ca. 45 private Brunnen sicherten bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts die Wasserversorgung in Zeil. Das Brunnensterben setzte mit der Femwasserversorgung ein, die ein Kind der Technik und des Fortschritts ist. Ein paar Jahrzehnte wurden sie noch geduldet, weil so manche Zeiler meinten, das Brunnenwasser sei von besonderer Qualität. Mit dem zunehmenden Autoverkehr standen sie dann oft im Wege und erregten sogar Ärgernis. Einst waren die Brunnen neben dem Rathaus, der Schule und der Kirche, den Gasthäusern und Bildstöcken die markanten, ortsprägenden Denkmäler. Sie waren nicht nur alltäglicher Mittelpunkt, an dem die letzten Neuigkeiten durchgehechelt wurden. Wichtig waren diese Wasserstätten auch für die Feuerbekämpfung. Im Winter gehörte es zu den Obliegenheiten der Nachtwächter, bei ihren Gängen ab und zu die Pumpen zu betätigen, damit diese während der Frostzeit nicht einfrieren konnten.

Einige Motive der acht Tafeln sind aus der Zeiler Geschichte entnommen. Die anderen Steine charakterisieren spezielle Zeiler Berufe und Industriebetriebe.

 

Tafel 1: Stadtwappen

Der bewehrte Löwe an der Vorderseite des Brunnens ist das Stiftswappen von Bamberg (siehe Hintergrundgrafik). Bis 1803 gehörte Zeil in weltlichen Dingen zum Fürstbistum Bamberg, während für die kirchlichen Angelegenheiten das Fürstbistum Würzburg zuständig war. In Zeil wird auch - zwar nicht rein - Bamberger Mundart gesprochen. Schon im sechs Kilometer entfernten Augsfeld ist der Würzburger Dialekt angesiedelt. Aus "Maa" (Main) wird dort "Mee" und aus "Staa" und "Baa" (Stein und Bein) wird "Stee" und "Bee".

 

Tafel 2: Hexenverbrennung

Das wohl dunkelste Kapitel Zeiler Geschichte findet seinen Niederschlag auf einer weiteren Tafel. An einem Pfahl sieht man eine Hexe, umgeben von Flammen. Hinter Gittern schauen weitere "Hexen" angstvoll auf die mahnende Hand des Hexenrichters mit der Halskrause. Zeiler Bürger flehen um Milde und Barmherzigkeit.

Zwischen 1616 und 1631 sind etwa 300 Frauen, Jungfrauen, Männer und Kinder in unserer Stadt Opfer des Hexenwahns geworden. Sie kamen nicht nur aus Zeil und den umliegenden Pfarrgemeinden. Auch aus Bamberg wurden die vermeintlichen Hexen herangekarrt und - zuerst auf dem Marktplatz, später, als der Gestank verbrannten Menschenfleisches immer unerträglicher wurde, östlich des heutigen Bahnhofes - verbrannt. An der Stelle, wo einst die zumeist zuvor geköpften "Hexen" in einem gemauerten Ofen verbrannt worden sind, befindet sich heute - als Ironie der Geschichte - das Kesselhaus des Möbelwerkes Milewski. Die dortige Flurgemarkung heißt heute noch "Brennofen".

Erst als der Dreißigjährige Krieg 1631 auch die Stadt Zeil erfaßte und der schwedische Obrist Claus Hasver die Stadt einnahm, hörte das Foltern und Brennen schlagartig auf. Zu diesem Zeitpunkt zählte man in Zeil nur noch 150 Einwohner in 90 Haushaltungen, so daß der Hexenrichter bei seinem Herren in Bamberg um einen anderen Posten bat und er seinen Tätigkeitsort als "Zeil in der Langeweile" bezeichnete. Jahrzehnte danach war der Hexenglaube in der Bevölkerung noch immer verbreitet. Immer wieder mußte das Stadtgericht Strafen für Leute aussprechen, die andere Menschen der Hexerei bezichtigten.

Die letzte Hexe wurde 1749 in Würzburg verbrannt. In Bayern sollte der Scheiterhaufen erst 1775 in der Fürstabtei Kempten verglimmen. Insgesamt wird die Zahl der Opfer des Hexenwahns in der Welt auf über eine Million geschätzt.

1986 ergab eine Umfrage, daß es 34% der Bürger für möglich halten, daß noch heute Menschen ihren Mitmenschen etwas anhexen können. Der Glaube an unerklärliche Geschehnisse nimmt in einer Welt voll Wissenschaft seit Jahrzehnten zu.

 

Nach dem Hexenbegriff ist die Hexe vorrangig eine Frau, die im Bund mit Dämonen und dem teufel Menschen, Tieren und Fluren Schaden zufügen kann. Viele Frauen sagten unter der Folter aus, sich an dieser Stelle ("Speiersbronnen") des Nachts "zum Tanz und Tauf" eingefudnen zu haben. Eine Hexe kann sich in ein Tier verwandeln, auf einem Besen reitend durch die Luft fliegen und einen Scheinleib annehmen. Sie stiehlt Milch, mischt giftige Getränke und aus Kinderleichen macht sie Salben. Auch das Wetter soll eine Hexe zu beeinflussen mögen. Die inquisitorischen Verhöre spielten sich im Rathaus bzw. im soge. Faulturm an der Südseite des Stadtmauer ab. Hier waren auch die Folterinstrumente, mit denen die unsinnigsten geständnisse herausgepreßt wurden. Die erste Stufe war der daumenstock, welcher den Daumen zerquetschte. Danach griff man zur Beinschraube, auch spanischer Stiefel genannt, womit Schienenbain und Wadenbein plattgedrückt und zersplittert wurden. Der sogenannte Bock galt als nächste Steigerung. Auf seinem spitzen Stachel mußten sich die Delinquenten mit zusammengebundenen Händen setzen. Als Abschluß war der Zug vorgesehen. Mit ihm wurden die Delinquenten mit auf dem Rücken gefesselten Armen mit einem Seil in die Höhe gezogen und wieder herabgeschnellt. Von der jeweiligen physischen und psychischen Kraft hing es ab, inwieweit der so gepeinigte Mensch die einzelnen Torturen zu überstehen im Stande war. Oft gestanden die Gequälten den größten Unsinn. Zumeist zogen sie in ihrer Verzweiflung auch noch Verwandte und Freunde in den verhängnisvollen Strudel hinein. Erste Jugendsünden, Libesepisoden und Irrwege in der Ehe erhielten nicht selten dämonischen Charakter.

 

 

Tafel 3: Landwirt - Winzer

Noch im vorigen Jahrhundert war in Zeil die Landwirtschaft weit verbreitet. Fast jede Handwerks-, Steinhauer- und Fabrikarbeiterfamilie hielt sich zumindest Geflügel und eine oder zwei Ziegen. Im Jahre 1866 standen den 226 Wohnhäusern 145 Scheunen und 82 größere Stallungen gegenüber. Die Hälfte der damaligen Gebäudesubstanz von Zeil diente der Landwirtschaft. Auf den Straßen und sogar auf dem Marktplatz tummelten sich die Gänse und Enten so arg, daß der Stadtrat eingreifen mußte, weil das ständige Geschnatter den Schulunterricht im Rathaus und den Gottesdienst in der Kirche störte.

Eine lange Tradition hat hier der Weinbau, der vermutlich seit Bestehen dieses Ortes betrieben wird. Sämtliche Hänge im Zeiler Bereich waren einst mit Weinreben bewachsen. Hauptabnehmer waren die Fürstbischöfe in Bamberg. Nach dem Dreißigjährigen Krieg setzte erstmals ein Rückgang des Weinanbaues ein. Es wurde mehr Getreide als Wein für das verarmte Volk benötigt. Aus dieser Zeit stammt der Spruch: "Wo der Pflug kann gahn' soll kein Weinstock stahn." Erneut ging der Weinbau vor 1900 wegen auftretender Krankheiten zurück. Von 1852 bis 1965 reduzierte sich der Weinbau im Bereich Zeils von 58 auf 13 Hektar.

Die von dem in Zeil geborenen Ebracher Abt Alberich Degen im 17. Jahrhundert vom österreichischen Transsylvanien eingeführte Silvanerrebe erwies sich bei der ersten Neubegründung von Rebenbeständen in Franken - wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten - als besonders gut geeignet.

Zeitgerechte Anbaumethoden und der Einsatz von modernen Geräten im Zusammenhang mit der Weinbergs- und Flurbereinigung ließen die Anbauflächen auf nunmehr 25 Hektar ansteigen. Damit verbunden war freilich eine Beeinträchtigung und teilweise Zerstörung der jahrhundertealten Weinbergsmauern und von Lebensräumen für viele Kleinlebewesen. Aber ohne Flurbereinigung wäre der Weinbau in Zeil schon längst zu einem bloßen Hobby abgesunken. Der "Zeiler Kapellenberg", der auch die Weinlagen auf der gegenüberliegenden Mainseite umfaßt, zählt heute mit zu den besten Weinen Frankens, obwohl Zeil an der klimatischen Grenze liegt und damit das östlichste Anbaugebiet des Frankenlandes darstellt. Hier hört "Weinfranken" auf. Oberhalb von Zeil beginnt das "Bierfranken" um Bamberg und Kulmbach.

 

Tafel 4: Bauhandwerk - Industrie

Der Grafiker Erich Husemann aus Trappstadt stellte in diesem Relief die Zeiler Industrie dar, die heute die Grundlage einer finanzstarken Kommune ist. Die Stoffballen erinnern an die Weberei, die 1890 ihre Pforten öffnete, und der erste Industriebetrieb im damaligen Bezirksamt Haßfurt war. Die Industriebetriebe der Neuzeit - die durch einen Düsenjäger symbolisiert werden - sind die Zuckerfabrik und das Milewski-Möbelwerk. Sie werden durch einen Zuckerturm und einen verwinkelt angedeuteten Möbelschrank dargestellt. Schließlich ist die Bauindustrie durch einen Maurer versinnbildlicht.

 

Tafel 5: Handel - Gewerbe

Die Lage Zeils an einer Hauptverkehrsstraße zwischen Bamberg und Schweinfurt beflügelte auch den Handel symbolisch durch einen Handelsballen, eine Waage und durch den Schild des Gottes der Kaufleute, Hermes, zum Ausdruck gebracht. Nicht nur die Schleifsteine der hiesigen Steinindustrie, auch Holz ist von Zeil aus mit Flößen bis nach Holland verschifft worden. Der Main hat gleichwohl der Stadt mehr Nachteil als Nutzen gebracht. So haben die alljährlichen Hochwasser die Ernten vernichtet und Felder verwüstet. Überregionalen Handel betrieben vor allem die Juden im 19. Jahrhundert. Sie hatten fast den gesamten Viehhandel in den Händen. Obgleich Zeil auch das Privileg für Viehmärkte besaß, konnten sich solche Märkte gegenüber den Viehhandelszentren Haßfurt und Wonfurt nicht behaupten. Auch die von Kaiser Wenzelaus verliehenen Sonntagsmärkte waren oft jahrzehntelang außer Übung. Zu sehr war Zeil eingekeilt zwischen den Marktorten Haßfurt, Königsberg und Eltmann. Die derzeit vier Märkte ziehen alljährlich Käufer aus dem weiten Umkreis nach Zeil.

 

Tafel 6: Planung - Aufbau

Der Dreißigjährige Krieg, der Zweite Weltkrieg und immer wiederkehrende Brandkatastrophen fügten der Stadt schwere Verluste an der Bausubstanz zu. Aber auch ganz bewußt haben unsere Vorfahren das Ortsbild gravierend verändert. 1846 bestanden die Häuser, Scheunen und Stallungen in der Stadt noch zu 70% aus Holzfachwerk. Von den 141 Fachwerkhäusern von damals ist heute kaum mehr die Hälfte vorhanden. Manches wurde verbessert, denn nicht alles war erhaltungswürdig. Einige Veränderungen müssen heute im nachhinein aber auch als Bausünde beklagt werden. Den Wiederaufbau- und den Gestaltungswillen dieser und früherer Zeit drückt ein Architekt vor einem Reißbrett aus, wobei Kran und Lot sowie ein Maurer mit Kelle geschickt mit einbezogen sind. Schematisch sind das Hallenbad und die neue Schule angedeutet.

 

Tafel 7: Steinhauer

Ein Steinmetz bei der Arbeit, mit Knüpfel, Zirkel und Scharriereisen ist einem alten Zeiler Handwerk gewidmet. Vor rund 100 Jahren waren zwischen Ebelsbach und Zeil ca. 2500 Menschen in der Steinindustrie beschäftigt. Über dem gesamten Maintal lag an den Werktagen eine einzige Staubwolke. Für die meisten Arbeiter war der feine Staub dann Jahre später die Ursache für die gefürchtete "Staublunge" mit frühzeitiger Invalidität und frühem Tod.

Die Zeiler Steinmetzen zählten zu den gefragtesten Handwerkern ihrer Zunft. Die in Zeil gefertigten Schleifsteine waren in der ganzen Welt gefragt: sowohl in den Rüstungsindustrien als auch in Südamerika für das Schärfen der Musketenmesser zum Hauen des Zuckerrohrs.

Die Bildhauer zeigten ihr Können in den Städten an Brücken und Bauwerken. Ende des 19. Jahrhunderts waren 20 bis 30 Zeiler Steinmetzen am Bau des Reichstagsgebäudes in Berlin beschäftigt. Auch in Paris und anderwärts bewiesen sie ihre Fertigkeiten. Die so in der Welt herumgekommenen Zeiler brachten Lebenserfahrung und neue Ideen mit nach Hause, was das Selbstbewußtsein dieser Menschen stärkte. Die Schattenseiten dieses Berufszweiges waren die Wintermonate, in denen die Steinhauer und Steinbrecher zumeist keinen Verdienst hatten. Ein geflügeltes Wort aus dieser Zeit lautete: "Tauet Himmel den Gerechten, im Winter geht der Steinmetz fechten!" Ihre Arbeitgeber, die Steinbruchbesitzer - oft auch als "Steinbarone" tituliert -, stellten ihre Wohlhabenheit durch repräsentative Steinbauten in der Vorstadt zur Schau. Auf ihren Grabsteinen ließen sie stolz "Steinbruchbesitzer" meißeln. In der Gründerzeit zählten sie zu den "Neureichen", deren Frauen oft Handschuhe trugen, die über die Ellenbogen reichten.

 

Tafel 8: Brandschatzung - Dreißigjähriger Krieg

Die Belagerung und Brandschatzung durch die Schweden während des Dreißigjährigen Krieges sind eindrucksvoll dargestellt. So sind die Belagerer vor einem zerschossenen Turm zu sehen. Das Rathaus und die Stadt stehen in Flammen. Die Zeiler reagierten auf die Besetzung durch die Schweden mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die positive Seite war, daß mit dem Einmarsch der Schweden (1631) die seit 15 Jahren währende Hexenverfolgung zu Ende ging.

Wie ein benachbarter Chronist 50 Jahre nach dem Einfall der Schweden aufzeichnete, vertrauten die Zeiler voll auf die Stärke ihrer Mauern, auf die Wehrhaftigkeit ihrer Bürger und nicht zuletzt auf den Schutz ihrer Heiligen. So klein das Städtchen war, so frech und übermütig sollen seine Bewohner die Belagerer vor den Toren der Stadt gereizt haben. So hängten sie zum Hohn einen Säusack, eine Gans und eine Blutfahne über ihre Mauern. Dies sollte vermutlich ein Hinweis auf die gute Versorgungslage im belagerten Städtchen sein. Die Belagerer versetzte dieser Trotz und Frevel in Wut und Zorn. Bei Morgenanbruch wurde die Stadt berannt. Die Zeiler hatten sich am Vorabend leichtsinnig und übermütig voll und toll gesoffen und an keinen Überfall gedacht. Als die Schweden auf die Stadt zumarschierten, blies der Stadttürmer, der Verwandte im protestantischen Königsberg hatte, das Morgenlied "Ich danke dir lieber Herr und Gott". Dies bewog den kommandierenden Fürsten, seine Soldaten anzuweisen, den Türmer bei der Eroberung der Stadt in Sicherheit zu bringen. Ehe sich die Zeiler versahen, wurden die Tore gesprengt, eine große Zahl Menschen niedergehauen, die Häuser geplündert und etliche Gassen in Brand gesteckt. Das Blut der Erschlagenen soll die Gassen hinabgeflossen sein.

 

Einem Eintrag im Ratsprotokoll zufolge "besuchte" auch Wallensteins berüchtigter Offizier Oberst Holk im August 1632 das Städtchen. In seiner Wallenstein-Biographie nennt Gob Mann ihn u. a. einen "gottlosen Teufel", "verschworenen Wallenstein Diener" und "ruchlosen Wüterich", der seine Soldaten mit eisener Hand "in Taten äußerster Verwahrlosung trieb". Im ersten Akt seines Wallenstein -Dramas laßt Friedrich Schiller einen Holkischen Jägerfolgendes sagen: 

"Sie kennen das Holkische Jägerhorn! -

In einem Augenblick fern und nah,

Schnell wie die Sündflut' so sind wir da -

Wie die Feuerflamme bei dunkler Nacht

In die Häuser fähret, wenn niemand wacht -

Da hilft keine Gegenwehr, keine Flucht.

Es sträubt sich - der Krieg hat kein Erbarmen -

Das Mägdlein in unsern sehnigten Armen -

Fragt nach, ich sags nicht, um zu prahlen;

In Bayreuth, im Voigtland, in Westfalen,

Wo wir nur durchgekommen sind -

Erzählen Kinder und Kindeskind

Nach hundert und aber hundert Jahren

Von dem Holk noch und seinen Scharen. 

Ganz so schlimm wird in Zeil der Auftritt des gefürchteten Dänen wohl nicht gewesen sein. In den Ratsakten findet sich nur der Eintrag, daß der damalige Bürgermeister für den "einäugigen wilden Stier" (Gob Mann) ein größeres Quantum Wein herbeischaffen mußte.

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Stadtrand und Umgebung

 

Hier ist nun unser Spaziergang durch Zeil zu Ende. Wenn Sie noch etwas Zeit erübrigen können, raten wir Ihnen zu einem Aufstieg zum Kapellenberg. Beachten Sie die Ausschilderung! Die beschwerlichste, steile Strecke können Sie mit dem Auto zurücklegen. Vom Parkplatz aus haben Sie noch etwa acht bis zehn Minuten bequem zu laufen.

Werfen Sie einen Blick auf den Brückenheiligen. Er ist in jüngster Zeit von einem heimischen Steinmetzen originalgetreu nachgebildet worden. Das Original - aus der Mitte des 18. Jahrhunderts - ist durch den Zahn der Zeit so geschädigt, daß es nur noch präpariert in einem geschlossenen Raum aufgestellt werden kann.

Falls Sie es nicht wissen: Johann Nepomuk wird als Märtyrer verehrt, weil er sich weigerte, König Wenzel den Inhalt der Beichte seiner Gattin preiszugeben. Der böhmische König, welcher übrigens der Stadt Zeil 15 Jahre danach das Marktrecht verlieh, ließ Nepomuk daraufhin an Händen und Füßen gefesselt von einer Prager Brücke in die Moldau werfen. So gilt der Heilige als Schützer vor übler Nachrede und soll als Brückenheiliger vor den Gefahren des Wassers bewahren.

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Heilig-Kreuz-Kapelle

 

Erst im 17. Jahrhundert legten die Zeiler außerhalb ihrer Mauern zusätzlich zum Kirchhof einen weiteren Gottesacker an. Die Heilig-Kreuz-Kapelle war allerdings bereits ca. 200 Jahre früher entstanden. Vermutlich verdankt sie ihre Entstehung einem Gelübde, als 1433 die fanatischen Hussitten aus Böhmen kurz vor der Bistumsstadt Bamberg gestoppt werden konnten. Aus Dank für die Verschonung ihrer Heimat bauten Zeils Bürger diese Kapelle, die 1448 geweiht wurde.

Ein um sein Seelenheil besorgter Bürger hatte mit einer Stiftung dafür gesorgt, daß man mit dem Glöckchen allabendlich zum Gebet läutete. Beinahe wäre dieses gotische Kleinod während der Säkularisation der Spitzhacke zum Opfer gefallen. Ähnlich wie andernorts sollten Altäre, Stühle, Kanzel und Glöckchen aus der Kapelle geschafft und diese anschließend niedergerissen werden. Beim offiziellen Verstrichstermin wollte jedoch kein einziger Zeiler Bürger nur einen Kreuzer bieten, woraufhin eine vermögende Rektorsgattin die Kreuzkapelle für 15 fl mit der Bedingung erwarb, daß sich bei stürmischem Wetter bei Beerdigungen auf dem Gottesacker die Zeiler, aber auch die benachbarten Schmachtenberger, Ziegelangerer und Steinbacher unterstellen durften. Kurz hernach gelangte die Kapelle in das Eigentum der Stadt.

Beschreibung innen: Die Kapelle beherbergt drei Barockaltäre aus dem späten 17. Jahrhundert. Das Altarblatt am Hochaltar zeigt die Kreuzigung Christi. Die Vespergruppe am linken Altar, St. Sebastian rechts sowie die im Glasschrank aufbewahrten spätgotischen Relieffiguren (Muttergottes, St. Barbara und St. Katharina) bereichern den Innenraum. Die Betstühle werden auf das frühe 18. Jahrhundert datiert. An der Emporbrüstung sind die 14 Nothelfer dargestellt (1695).

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Die Kreuzigungsgruppe (Golgathakapelle)

 

Dieses Kunstwerk heimischer Steinmetzen ist eine einmalige Renaissance-Arbeit im fränkischen Raum und wird sogar im Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler als besonders schönes Beispiel einer offenen Kreuzkapelle erwähnt (ZEICHNUNG). Zu den Füßen des am Kreuz hängenden leidenden Christus trauern die Muttergottes und sein Lieblingsjünger Johannes. Zu beiden Seiten hängen die biblischen Schächer, während an der Decke in drei Holzkassetten Szenen aus der biblischen Geschichte zu erkennen sind: Die Darstellung des Sündenfalls, die eherne Schlange des Moses und die Anbetung der Heiligen Drei Könige.

Eine Inschrift auf der steinernen Tafel gibt Aufschluß über den Stifter: "Gott dem Allmächtigen zu Lob, Christo Jesu heyligster Andacht des ehr und achtbar Georgius Pfersmann, noch ledigen Stands, dieses Werck hieher verschafft im Jahre 1617 welches 1623 verfertigt und aufgericht worden. Gott verleihe ihm zeidlich und ewig Wolfahrt."

Das kleine unscheinbare Wappen, das je zur Hälfte ein Pferd und einen Mann darstellt, wird von den Initialen JP (Jörg Pfersmann) ergänzt. Alte Leute wußten noch Sagen über den Entstehungsgrund dieses Denkmals zu erzählen. Der Stadtchronist Mauer hat nachgewiesen, daß es sich um ein "Bauwerk der Sühne" für einen begangenen Totschlag durch den Bürgersohn Pfersmann handelt. Dieser hatte 1616 einen Zeiler Schulmeister, der ein Theaterstück einstudierte "ganz jemmerlich unschuldiger weiß erstochen", aus Ärger darüber, weil ihm dieser keine Rolle in dem Historienspiel "Judith" hatte geben wollen. Für diese Tat hätte die Obrigkeit den Sproß einer einflußreichen Zeiler Familie zu Tode befördern können. Statt dessen gewährte man dem Missetäter eine Gunst des Mittelalters.

Durch eine private Übereinkunft der vom Totschlag betroffenen Familie sowie durch eine Geldbuße bzw. die Errichtung eines Sühnedenkmals konnte der Täter sein normalerweise verwirktes Leben retten. Derartige Denkmäler pflegte man bewußt, wenn schon nicht am Tatort, so doch an vielbegangenen Wegen zu errichten. Sie sollten die Vorübergehenden veranlassen, des unglücklichen Toten zu gedenken und ein Gebet für sein Seelenheil zu verrichten. An dieser Stelle führte bis ca. 1870 die Hauptstraße stadtein- und stadtauswärts. Pfersrnann zahlte für seine Tat dennoch einen sehr hohen Preis. Er mußte seine Heimat für immer verlassen. Es gibt Hinweise, daß seine Nachfahren heute als "Roßmann" in Kärnten leben.

Stiftungen sind konservierte Gewissensbisse zum Nutzen der nachfolgenden Generationen. Unsere Kultur wäre sicher ärmer an Steinkreuzen und Marterln, hätte es früher diese Art von Sühne nicht gegeben.

Wir gehen wieder stadteinwärts, vorbei an der sogenannten Betzelmann-Marter in der Friedhofsmauer (1622). Sie ist 1958 in einer vorbildlichen Weise restauriert worden. Der "Zahn der Zeit", sprich Umwelt, hatte den Bildstock zerstört.

Links vor uns sehen wir - in mutigen Farben - ein eigenwilliges Fachwerk mit der besonders ausgeprägten und hier selten anzutreffenden Figur des "Schwäbischen Weible" (ZEICHNUNG). Anstelle des sogenannten Ochsenhofes wurde im Jahre 1703 dieses Gasthaus errichtet. Es ist nicht auszuschließen, daß sich hier in der "Vorstadt" einst eine Herberge vor den - nachts verschlossenen - Toren der Stadt befand.

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Himmelfahrtskirche

 

Erst im Jahre 1924 wurde die evangelische Himmelfahrtskirche aus Zeiler Sandstein erbaut. Ursprünglich nur als Kapelle geplant, verfügt die Kirche nicht über einen eigenen Turm, sondern nur über einen Dachreiter, der Uhr und Glocken trägt. Bemerkenswert im Inneren der Kirche ist vor allem das Kruzifix im Chorraum von dem Zeiler Bildahauer Geisel. Vor der Kirche steht der alte Taufstein und zwei Glocken, die erst vor wenigen Jahren durch neue ersetzt wurden. Die dritte und kleinste Glocke wurde nach ihrem Austausch an eine andere Gemeinde verschenkt.

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Bergkapelle

 

Wer nach Zeil kommt und nicht das "Käppele" (ZEICHNUNG) besucht, war eigentlich nicht in Zeil. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Schon 1727 stand auf dem 375 Meter hohen "monus zeil" (Zeilberg) die Gnadenkapelle "Maria Hilf". Die Muttergottesstatue zierte bereits den First der kleinen Kapelle. Als die Zeiler Bürgersöhne 1870/71 gegen Frankreich in den Krieg zogen, gelobten sie, für den Fall, daß sie alle wieder lebend heimkämen, die Madonna vergolden zu lassen. Tatsächlich ist keinem der 39 Krieger etwas geschehen.

 1894 begannen die Zeiler unter unsäglichen finanziellen und körperlichen Anstrengungen, angespornt von ihrem neuen Pfarrer Karl Link, diese neuromanische Kirche zu erbauen. Zu dieser Zeit stand die Steinmetzkunst in Zeil in voller Blüte.

In den darauffolgenden Jahrzehnten entwickelte sich Zeil zu einem "fränkischen Lourdes". Im Rahmen der liturgischen Erneuerung erfuhr das Innere 1955 eine erhebliche Veränderung. Sehr ausführlich informiert eine kleine Broschüre über die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der Wallfahrtskirche. Sie können dieses Heftchen in der Kapelle kaufen.

Schon um 800 befand sich hier wahrscheinlich eine Fluchtburg mit Erdwällen. Im frühen Mittelalter entstand hier das "Castrum Zilanum" mit hoher Steinmauer und den zu einer damaligen Burg gehörenden Wohnbauten.

Die Zeiler erzählen sich gerne, daß einst der kunstsinnige König Ludwig 1. von Bayern diesen Berg in Betracht zog, hier den Ruhmestempel der Deutschen, die Walhalla, zu errichten.

Versäumen Sie nicht, an den zwei Aussichtspunkten den Rundblick auf die Stadt, über das Maintal zum Steigerwald, nach Norden zur Rhön und nach Osten in Richtung Bamberg und zum Frankenjura zu erleben.

Falls Sie genügend Zeit für einen Spaziergang haben, können Sie auch die gegenüberliegende Burgruine Schmachtenberg besuchen, die einmal als Amtssitz diente und im Bauernkrieg zerstört wurde.

Das Schlößchen im Stadtteil Schmachtenberg war einst Sitz eines Bamberger Försters und ist um 1700 zu einem Jagdaufenthalt der Bamberger Bischöfe ausgebaut worden.

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“Der Berg über der Stadt“ von Heinrich Weisel

„Matthias Ehrenfried und das Zeiler Käppele“ von Heinrich Weisel 

 

© 1990 Fremdenverkehrs-Förderkreis Zeil am Main e. V.

Autor: Ludwig Leisentritt

Zeichnungen: Rudolf Winkler

Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, vorbehalten.

 

 

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Stand: 18. December 1998