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Die Frankenweinprobe

 

 

Große Anlässe werden mit großen Weinen gekront. Um Frankenweine zu trinken, gibt es darüber hinaus viele weitere Gelegenheiten während des Jahres. Fränkischer Wein spielt eine angenehme und vornehme Rolle unter den Getränken.

 

Der fränkische Wein fördert Geselligkeit, Freude und schöpferische Leistungskraft

Goethe: ,,Des Lebens tiefste Weisheit liegt im Wein". Am besten mundet fränkischer Weißwein bei leicht kühler 12 bis 14 Grad Celsius Trinktemperatur und aus farblosen, apfelkelchförmigen, d. h. sich nach oben verjüngenden, Stielgläsern. Eisgekühlte Weine eignen sich nicht zur Verkostung. Vor oder zu einer Weinprobe darf nicht geraucht werden, scharfe oder gewürzte Speisen sind unerwünscht. Bei der Weinprobe geht es schließlich um das sachgerechte Probieren und richtige Beurteilen. Man füllt die Gläser nicht zu voll, hält das Glas (am Stiel, nicht am Kelch) gegen das Licht und begutachtet die Farbe des Weins. Dann läßt man ihn im Glase kreisen, entfaltet damit das Bukett, den typischen Duft des Weins. Man nimmt einen kleinen Schluck und ,,kaut" den Wein, wobei er intensiv wahrgenommen wird. Meist wird es notwendig sein, diese Probe zwei- oder dreimal zu wiederholen, bis man Wesen und Eigenart des Weines ganz erfaßt hat.

 

Der Kenner probiert die leichteren vor den schwereren Weinen, die trockenen vor den lieblicheren, denn nach einem intensiven Geschmackserlebnis ist unsere Zunge für feinere Nuancen nicht mehr aufnahmefähig.

 

Der Reiz einer Weinprobe mit Frankenweinen liegt neben anspruchsvoller Weinqualität im Abschmecken unterschiedlicher Rebsorten, Qualitätsstufen und Jahrgänge. Der Frankenwein ist kein lauter, aufdringlicher Allerweltswein, kein billiges Konsumgetränk, sondern ein Individualist. Der Freundeskreis des Frankenweins wird größer von Jahr zu Jahr und bleibt doch ein erlesener Kreis.

 

In Franken herrscht mehr das Überschaubare als das Großangelegte. Um den Wein zu verstehen, sollte man die Winzer und Erzeugerbetriebe kennen. Franken sind beharrlich und heiter, wendig, aber auch empfindsam und zuweilen etwas widersprüchlich. Sie sind unternehmungslustig und begeisterungsfähig, freundlich und liebenswürdig zu Besuchern und Gästen. Gleichzeitig kämpfen sie in der dörflichen Gemeinschaft zäh um ihr Recht. Sie sind versöhnlich und streitbar zugleich. Die Geschichte hat den Franken oftmals herausgefordert, die Natur tut's jedes Jahr, wenn um die bevorstehende Weinlese gebangt wird. Zu häufig wechseln außergewöhnliche Weinjahre.

Der fränkische Wein fördert Geselligkeit, Freude und schöpferische Leistungskraft. Er regt an, beruhigt und entspannt, beschwingt den Menschen.

Bei der Weinlese

 

Der fränkische Wein hat aber auch eine positive Wirkung auf die Gesundheit seiner Liebhaber. Mediziner haben festgestellt, daß Atmung, Herz und Kreislauf durch maßvollen Weingenuß gleichfalls angeregt werden. Die Herzmuskulatur wird besser durchblutet, die Herzkranzgefäße werden erweitert. Der Stoffwechsel des Menschen wird gefördert. Frankenwein normalisiert den Blutdruck und entspannt das Nervensystem. Immer ist ein normaler Weingenuß die Voraussetzung, der eine Flasche täglich nicht übersteigen sollte, wobei während einiger Wochen des Jahres überhaupt keine alkoholischen Getränke konsumiert werden sollten. Solche Regeln beziehen sich jeweils auf den Durchschnitt der erwachsenen Menschen.

 

 

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Stand: 18. December 1998