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Die historische Entwicklung der Stadt Zeil am Main

 

Im Jahre 1979 feierte Zeil am Main sein sechshundertjähriges Bestehen als Stadt. Zeil, erstmals 1018 n. Chr. urkundlich erwähnt, reicht ohne Zweifel weiter in die Vergangenheit zurück. Schon vor mehr als 950 Jahren erstreckte sich seine Flur von der Mainau bis in die südlichen Ausläufer der Haßberge hinauf. Die Stadt liegt im Bereich des mittleren Keuper, der sich als siedlungsfreundliche Landschaft erwies. Aus diesem Grund auch reichen Spuren menschlicher Anwesenheit bis weit in die Vorzeit zurück.

Der Name der Stadt wird von dem althochdeutschen Wort ,,zile" abgeleitet, das soviel wie ,,Dorngebüsch" bedeutet. Diese Bezeichnung kann sich sowohl auf eine ausgedehnte Flächenbewachsung in der Nähe des Großhofes (curtis zilin) als auch auf eine Fliehburg auf dem ,,mons Zeil"das heißt ,,Zeilberg" (heute Kapellenberg) mit entsprechender Sicherheit beziehen. Doch nun möge ein kurzer Geschichtsablauf von den Schicksalen der Stadt Zeil am Main und ihrer Bevölkerung erzählen. Auf die Angabe von Quellen wird dabei verzichtet, da diese in den beiden Chronikbänden reichlich vorhanden sind.

 

10 000 - 4 500 v. Chr.

Zurechtgeschlagene scharfkantige Feuersteinstücke weisen nach, daß sich streifende Jäger- und Wildbeuterhorden in der Mittelsteinzeit vorübergehend auf dem Kapellenberg aufgehalten haben.

4 500 - 1 800 v. Chr.

In der Jungsteinzeit war der Kapellenberg bewohnt, wie Reststücke von Steinbeilen und Feldhacken beweisen. In der Fluarbteilung "Steinerner Herd" auf den Hügeln westlich der Stadt und im Bereich der heutigen Schule weisen Funde (besonders Steinbeile ohne und mit Schaftlöchern, Feuersteingeräte, Teile von Steinhacken usw.) den Aufenthalt von Jägern nach, die gegen Ende der Jungsteinzeit da seßhaft gewesen sein könnten. 

um 1000 v. Chr.

Es lebten hier Leute der bronzezeitlichen Urnenfelderzeit. Ein Nachweis ihrer Sitte, die Toten zu verbrennen und deren Reste mit Bronzeschmuckbeigaben in Urnen beizusetzen, wurde in einem Grab in der Hinteren Haardt bei der Wohnbebauung gefunden. Aus einer unzerstört gebliebenen Urne kam neben Leichenbrand bescheidener Bronzeschmuck zutage: eine in zahlreiche Teile zerfallene Spiralkette mit dem zugehörigen gläsernen Augenwürfel, mehrere Armringe, eine zum Feststecken von leinerner oder wollener Kleidung benützte Rollkopfnadel und verschiedenste dünne Bronzedrähte. Diese Gegenstände sind mit der schön geformten Urne Zeichen gehobener Lebensumstände, die das Vorhandensein einer nahen Siedlung voraussetzen. Diese war vielleicht Wohnsitz der "ersten Zeiler".

um 800 v. Chr.

Nach Illyrern siedelten Kelten in den Mainlanden, die gegen 100 v. Chr. den Germanen weichen mußten. Vom einstigen Vorhandensein spätkeltischer Einwohner könnten einzelne Gefäßbruchstücke auf dem Kapellenberg künden. Germanischer Nachlaß (Reste eiserner Waffen und Geräte) konnte nicht gefunden werden.

600 - 800 n. Chr.

Besiedlung durch die Thüringer, die dann aber durch fränkische Einwanderer überlagert wurden. Diese waren in Centen zusammengefaßt, die jeweils 100 Wehrbauern mit ihren Familien umfaßten. Jede Cent stellte einen Bezirk der Gerichtsbarkeit und der militärischen Einheit dar.

1018

Das in einer Schenkungsurkunde 1018 auftauchende Zeil war Sitz einer solchen Cent. Kaiser Heinrich II. erwarb die damals "Curia Cilin" genannte Siedlung vom Markgrafen zu Schweinfurt und übergab diesen Großhof den Bendektinermönchen auf dem Loster Michealsberg in Bamberg. Nach Heinrichs Tod erwarb Bischof Eberhard I. im Tausch Zilin von den Benediktinern.

1132

wird ein Friedrich de Cile als Beauftragter des Bamberger Bischofs genannt, der entweder in einem steinernen Haus inmitten des Großhofes oder in der alten Höhenbefestigung auf dem hochragenden Zeilberg wohnte.

1142

 ist ein Wohnhaus Bischofs Otto 1 . (1102 - 1139) bezeugt.

1196

schenkte Bischof Otto I1. dem Kloster Michelfeld in der Oberpfalz hier mehrere Höfe mit dem dazugehörigen Land, aus dem sich später der "Mönchshof" , entwickelte. Aus der Schenkungsurkunde geht hervor, daß damals das Dorf "zu Zeyll" bereits eine Kirche besaß, die dem hl. Johannes dem Täufer geweiht war. Sie stand am Platz der heutigen Stadtpfarrkirche.

1250 - 58

befand sich die Zeiler Höhenburg, das Castrum Zilanum, als Pfand für dem Hochstift Bamberg geliehenes Geld, in der Hand Ludwigs von Rotenhagen (Rotenhan!). Dieser verbesserte die weitläufige Anlage.

1258

erwirbt Bischof Bertold von Leiningen die Burg zurück. 600 m südöstlich entstand schon im 13. Jahrhundert ein neuer Wehrbau, gefundene Scherben lassen diese Behauptung zu. Die Anlage verrät den Baustil hohenstaufenzeitlicher Burgen. Besaß das Castrum einen vorwiegend rundlichen Verlauf der Umfassungsmauer, so zeigt die Burg Schmachtenberg eine streng geradlinige Mauerführung mit aus dieser herausragenden niederen runden Türmen.

1348

ist im Urbar des Hochstifts Bamberg von Zeiler Einwohnern erstmals namentlich die Rede . Es werden 20 Hübner (größere Bauern) und 40 Seldner (kleinere Landwirte auch mit handwerklicher Tätigkeit) genannt. Damals bestanden auch schon die 3 zur Exklave gehörenden Dörfer Steinbach, Ziegelanger und Schmachtenberg.

1379

erteilte der Bamberger Bischof Lamprecht von Prun seinen "lieben getrewen, den burgern gemeiniglich zu Zeill gesessen" das Recht , bereits begonnene Befestigungsbauten weiterzuführen, damit die Sicherheit des Ortes erhöht werde. Es handelte sich um die Stadtmauer mit 2 Toren und zahlreichen Wehrtürmen. Auch ein Stadtgericht gestattete er einzurichten, bei dem die Bürger ihr Recht suchen sollten, wie es "lauff und gewohnheit... als das ander unser stet recht und gewohnheit ist".

Ihm galt also damals Zeil am Main als Stadt seines Hochstifts, sagt er doch im gleichen Brief "Wir haben auch denselben unsern Burgern unsern Graben, der umb die stat gehet, zu steuer geben...". Dieser Brief ist der gegenwärtige Nachweis für die erste Nennung Zeils als Stadt. 

1379 - diese Jahreszahl trägt die sog. Elfuhrglocke, die damit so alt wie die Stadt ist.

In diesem Jahr fand in Augsfeld ein Treffen der Bischöfe von Bamberg und Würzburg statt, auf dem zwischen den Ämtern Zeil (bambergisch) und Haßfurt (würzburgisch) nachbarlich sehr bedenkliche Reibereien beigelegt und "Stöße"zwischen den beiderseitigen Untertanen künftig vermieden werden sollten.

1383

König Wenzel setzt den Bamberger Bischof Lamprecht von Prun ausdrücklich in "nutz und gewere" von "Czeil Burck und stadt" ein.

1397

gesteht König Wenzel den Zeilern das Recht dreier öffentlicher Märkte zu: am Sonntag Oculi, am Sonntag nach Skt. Jakob und am Sonntag vor Skt. Michael. Bemerkenswert ist, daß dies lange nach der Nennung als Stadt geschah.

1421

Der älteste Nachweis für das Wappen der Stadt Zeil am Main stammt nach Unterlagen im Staatsarchiv Bamberg aus dem Jahre 1421. Die Stadt führt das Wappen des ehemaligen Hochstifts Bamberg: einen schwarzen Löwen mit roter Bewehrung auf goldenem Grund, mit einem silbernen Schrägrechtsfaden Überlegt.

In dem ältesten Siegelnachweis ist noch als Beizeichen am oberen Ende des Schrägfadens der rote Prun'sche Angelhaken aufgelegt. Das Prun'sche Familienwappen zeigt einen roten Angelhaken im silbernen Feld.

Das Beizeichen läßt vermuten, daß schon im Jahre der Stadterwähnung 1379 durch Fürstbischof Lambrecht von Prun (1374 - 1398) das oben beschriebene Stadtwappen verliehen war.

In einem Nachweis aus dem Jahre 1652 fehlt das alte Beizeichen, nur das einfache Hochstiftswappen ist bis heute geblieben.

1447

Stiftung eines weiteren vierten Markttages: der Sonntag in den Fasten.

1448

Konsekrierung der Kreuzkapelle im Friedhof am Fuße des Kapellenbergs.

1463/69

"Weidestreit" zwischen Bamberg und Würzburg mit Plünderung von Zeil und Schmachtenberg durch die Würzburger .

spätes 15. Jahrhundert

St. Annakapelle wurde erbaut. 

1499

Gründung der Schützengesellschaft

um 1500

übten sich Zeiler als "Schützen" mit Armbrust und Musketen zur Verstärkung der Widerstandskraft der Stadt.

1514

Jahreszahl an der Freyung in Zeil, Wappen des Dienstmannengeschlechts Leupold mit drei Hahnenköpfen.

1518

ist ein St. Anna-Benefizium erwähnt

1524

Streitigkeiten zwischen den Anhängern Luthers und dem kath. Geistlichen von Zeil. Der Bamberger Bischof "dämpfte" die Unruhe durch Einsatz von Bewaffneten.

1525

schloß sich die Bürgerschaft wie in Haßfurt und Eltmann den aufrührerischen Bauern an. Die Beteiligten an der Ausbrennung der Burg Schmachtenberg und des Hohen Hauses in Bischofsheim hatten zur Wiedergutmachung 1000 Gulden Strafe zu zahlen und kostenlos am Wiederaufbau mitzuwirken.

2 Zeiler wurden in Bamberg als Rädelsführer bei Plünderungen enthauptet.

1540

Jahreszahl am Rathaus, wahrscheinlich für den Wiederaufbau des Fachwerkobergeschosses.

1542

drohte Ritter Hans von Egloffstein, der mit dem Bamberger Hochstift in Fehde lag, den Zeilern, die Stadt an allen 4 Ecken anzuzünden.

1554

plünderten und brandschatzten die mainabwärts ziehenden Truppen des Markgrafen Albrecht Alcibiades (Markgräflerkrieg). Die Burg Schmachtenberg wurde wieder ausgebrannt. Die Zeiler mußten wegen erpreßter Gelder und anderer Schäden Fremdgeld aufnehmen, das nur sehr schwer zurückzuzahlen war.

1579

begann in Zeil die Auswirkung der Gegenreformation. Besonders ausgewählte Pfarrer setzten den zahlreichen Evangelischen hart zu. Beschwerden des Stadtrates konnten kaum Abhilfe schaffen.

1598

stellte das Hochstift Bamberg die unabdingbare Forderung: entweder Rückkehr zur katholischen Glaubensgemeinschaft oder innerhalb weniger Wochen Auswanderung in ein protestantisches Land. Um in der Heimat bleiben zu können, vollzog die Mehrheit die geforderte bußfertige Rückkehr. Zwei Familien verließen Zeil für immer.

Auf dem Plan von Zweidler des Amtes Zeil-Schmachtenberg ist ein Bild der Stadt eingezeichnet. Es zeigt bereits große Ahnlichkeit, auffallend sind vor allem die zahlreichen Weinberge an den Haßberghängen, die die große Bedeutung des Weinbaues für die Bürger der Stadt erkennen lassen .

1616 - 1631

verstärkte Verfolgung von Hexen und Hexenmeistern im Bambergischen. In die Exklave Zeil wird ein Criminalgericht verlegt mit der einzigen Aufgabe, die Aufspürung, das strenge Verhör und die Aburteilung der angeblich dem Teufel verfallenen Personen durchzuführen. Fast immer wurde in erbarmungsloser Weise die Folter eingesetzt, um Gestandnisse zu erzwingen.

1617

Der Bürgermeister Johann Langhans von Zeil führte von 1617 an in einer Art Familientagebuch die Namen der verbrannten oder erst enthaupteten und dann verbrannten Opfer dieser unfaßbaren geistigen Verwirrung der herrschenden Gewalt auf, bis er 1628 selbst mit 35 Jahren als 138 . Verurteilter sein Leben lassen mußte.

In der Stadt und in den Amtsdörfern hatte der Hexenwahn schwere Opfer gefordert, ganze Familien ausgerottet oder nach der Hinrichtung der Eltern die Kinder als Waisen der Gemeinde zur Versorgung zurückgelassen.

1618

Die ersten Jahre des 30-jährigen Krieges brachten Ungelegenheiten und winterliche Quartierstellung.

1623

Errichtung der Golgatha-Kapelle am Kreuzfriedhof durch Georgius Pfersmann als Sühne für den Totschlag an dem Lateinlehrer Valtin Ditz, der ihm beim Theaterspiel keine Rolle gegeben hatte.

1631

Erst die 1631 in Zeil einrückenden Schweden unter dem Obristen Claus Hastver setzten der Hexenverfolgung ein Ende. Eine Liste zählt 12 Personen auf, die befreit wurden, krank und lahmgefoltert.

1631 mußte Zeil beim Anrücken evangelischer Streitkrafte unter Führung der Schweden einen unüberlegten Widerstand bambergischer Dragoner nach der Einnahme mit schweren Plünderungen büßen.

1632 - 1636

Zwischen 1632 und 1636 wurde Zeil durch Plünderung der Nahrungsmittel beraubt, an Leib und Leben bedroht, durch Hunger und Seuchen schwer heimgesucht. Zeitweise hatte Zeil kaum ein halbes Hundert Einwohner. 1643 ergab eine Viehzählung nur 20 Kühe, 7 Kälber, 87 alte und 54 junge Geißen.

Langsam ging es wieder aufwärts.

1648

kam der Frieden. Die Friedenslinden in der vorderen Haardt, am Kreuzschlepperweg, und am Wolfsweg wurden in der Freude gepflanzt.

Die große Glocke wurde in Kronach umgegossen.

ab 1650

Zu den wenigen schönen Fachwerkhäusern, die den Krieg einigermaßen überstanden hatten, kamen allmählich neuere Bauten, die mit den alten das reizvolle Stadtbild bestimmen.

Zu vollem Recht wird der Marktplatz die "Gute Stube" der Stadt genannt.

1689

errichtete der fränkische Kunsthandwerker aus Zeil, Jörg Hofmann, ein noch ganz dem Baustil der Renaissance verhaftetes reliefgeschnitztes Bauernhaus, das zu den kunsthistorisch bedeutenden Häusern Frankens zählt.

1695

Erbauung des fürstbischöflichen Jagdschlosses mit Kastenhof an Stelle einer alten Burganlage des Zweidlerplanes durch Fürstbischof Lothar Franz Graf von Schönborn (ab 1804 Rentamt Eltmann).

1696

Anlage des neuen Friedhofes bei der Kreuzkapelle. Der Friedhof befand sich bis dahin an der Stadtpfarrkirche.

1706

Neben anderen Bürgerbauten ist der 1706 errichtete Mönchs- und Propstenhof bemerkenswert, an dem sich Leonhard Dientzenhofers Einfluß zeigen soll. Er ist ganz aus dem ockerig-gelben Zeiler Sandstein mit bräunlicher Flammung gebaut.

1713 - 1732

Die wieder wohlhabend gewordenen Zeiler konnten nun an den Bau eines größeren Gotteshauses unter Einbeziehung verschiedener Teile des alten gehen. Es birgt eine sehenswerte Ausstattung: die eindrucksvollen Altäre, die frühbarocke Kanzel aus dem Jesuitenkolleg in Bamberg, die prächtigen barocken Deckengemälde von Johann Peter Herrlein (1761), flammende Rokokostukaturen von Peter Helmuth aus Eltmann (1761), die aus dem 15. Jahrhundert stammenden Fresken in der alten Sakristei.

1730

Auch das Haus Winkler, Marktplatz 9, gegen 1730 errichtet, ist beachtenswert. Wie das Wappen über dem Portal aussagt, diente es lange der "von Rosenbachischen" Gutsverwaltung als Mittelpunkt.

Allmählich wuchs die Bevölkerung über den alten Stadtmauerring hinaus. Leider wurden dabei dessen schönste Teile abgebrochen und sogar als Baumaterial verkauft. Bei Einführung der Feuerversicherung um 1770 wurden die Fachwerkhäuser durch Beilschlag beschädigt, damit der feuerhemmende Putz besser hielt.

1796

wurden nach vielen ruhigen Jahren die Zeiler wieder in Angst und Sorge gestürzt. Ein Heer der Revolutionsfranzosen drang mainaufwärts. Zwischen Haßfurt und Zeil versuchten die deutschen Streitkräfte sie aufzuhalten.

Es gelang ihnen jedoch der Vorstoß bis in die Oberpfalz. Zeil hatte auf ihrem Vormarsch und ihrem Rückzug erheblich zu leiden.

1803

Zeil kommt mit Franken an Bayern

1812/14/15

Während der Befreiungskriege gegen die Franzosen hatte Zeil viel Ungemach zu ertragen das durch Truppendurchzüge von Franzosen, Süddeutschen, Preußen, Österreichern und Russen entstand. Handel und Wandel lagen schwer darnieder.

1826

Das Rathaus wird mit 6 Lehrsälen bis 1928 Volksschule

1848

Die Zeiler schlossen sich einer Revolte der niederen Stände gegen Unterdrückung und Bevormundung durch die Regierungen an. Es bildete sich wie in allen Städten eine Volkswehr, die mit einer Fahne und Gewehren ausgerüstet waren. Reste der Fahne hängen gerahmt im Rathaus. Die Volkswehr besaß auch ein kleines Trommler- und Pfeifferkorps, dessen Trommeln ebenfalls den Rathauseingang schmücken. Sie tragen die Farben Schwarz-Rot-Gold.

1849

beenden bayerische Truppen diese freiheitlichen Bestrebungen

Herausgabe eines Flurplanes von Zeil mit Numerierung der Grundstücke im Maßstab 1:5000

1852

Erhielt Zeil durch einen Bahnhof Anschluß an die neugebaute Eisenbahnlinie Bamberg-Schweinfurt-Würzburg

1858

Gründung der Lumpensortiererei durch Michael Mölter

1859

Das im Jahre 1819 aus den Rentamtsbezirken Haßfurt und Eltmann in Zeil zusammengefaßte Rentamt im ehemaligen Jagdschloß wurde in Rentamt Zeil umbenannt. Mit Gründung der Reichsfinanzverwaltung im Jahre 1919 wurde daraus das heutige Finanzamt Zeil.

1864

Der Mölterbetrieb wird um eine Bandweberei erweitert.

1866

Im preußisch-österreichischen Krieg hatten mehrere Zeiler Bauern Vor- und Anspanndienste für bayerische Truppen zu leisten. Zeil hatte unter seinen eingerückten Söhnen keine Verluste zu beklagen.

1868

Die Freiwillige Feuerwehr wurde gegründet

1870/1

13 Zeiler Bürger sollen am deutsch-französischen Krieg teilgenommen haben. Alle sind wieder heimgekehrt und ließen in Erfüllung eines Gelübdes die Madonna auf dem alten Käppele vergolden.

1880

Der Stationsweg zum Käppele wird gestiftet und erbaut

1884

Das kleine Käppele erhält einen Turm

1885 - 1890

entsteht das Werk der Erlangen-Bamberger-Baumwollindustrie (heute ERBA), dessen Weberei bereits 185 Personen beschäftigte.

Die seit Jahrhunderten betriebene bescheidene Steinindustrie mit Werksteingewinnung, Steinmetzwerkstätten und Schleifsteinherstellung und die Holzindustrie schliefen deshalb nicht ein. Die Stadt blieb noch landwirtschaftlich bestimmt.

1890

Restaurierung der Pfarrkirche

1894/96

errichten die Zeiler unter Leitung von Dechant und Pfarrer Karl Link anstelle der alten kleinen Kapelle eine neue große Wallfahrtskapelle als Lourdeskapelle.

Spendenfreudig und eifrig halfen die Zeiler, Schmachtenberger und auch Ziegelangerer zusammen, das "Zeiler Käppele", wie es heute weithin heißt, zu bauen.

1911

anstelle der Fähre wurde durch Zusammenwirken der Gemeinden Zeil und Sand die Mainbrücke unter dem Bürgermeister Adam Kraus, Zeil, und Anton Ruß, Sand erbaut.

1914 - 1918

Der erste Weltkrieg forderte schwere Opfer. Zeil hatte 50 Gefallene und Vermißte zu beklagen.

1921

Das elektrische Ortsnetz mit 2 Trafostationen wurde unter den Bürgermeistern Nikolaus Drebinger und Oskar Winkler gebaut. Zeil ist heute noch A-Gemeinde mit einem rentablen elektrischen Ortsnetz mit 17 Trafostationen.

1923

Wurde das Kriegerdenkmal an der Sander Straße errichtet, es wurde von dem Zeiler Bildhauer Georg Geisel geschaffen.

Das erste Neubaugebiet in den Grabengärten wurde erschlossen.

1924/25

Bau der evangelischen Kirche.

1926 - 1930

Erbauung der neuen Volksschule unter Bürgermeister Oskar Winkler mit 10 Sälen, 1 Schulküche und 1 Brausebad. Sie wurde Marienschule genannt.

Das Rathaus wird wieder seinem Zweck zugeführt.

1926

Entwurf des 1. Generalbaulinienplans der Stadt. Bgm. Oskar Winkler woIlte mit ihm die Weiterentwicklung der Stadt sicherstellen.

1930

Erbauung des Caritshauses unter Bgm. Oskar Winkler mit Kindergarten, Altersheim und Schwesternstation.

1933/34

Bau der Wasserleitung durch den Zweckverband zur Wasserversorgung der Zeil-Ebelsbach-Gruppe unter Bürgermeister Baptist Geisel mit 6 Quellen in Neubrunn, 2 Hochbehältern in Zeil und Ebelsbach.

1934

Generalbaulinienplan genehmigt.

1937

Restaurierung der Pfarrkirche

1938 - 1945

Der 2. Weltkrieg forderte schwere Opfer an der Front und in der Heimat. 210 Gefallene und Vermißte hatte Zeil zu beklagen. Die Verluste der Heimatvertriebenen sind darin enthalten.

In den letzten Tagen des Krieges wurden durch Beschuß und Bombardierungen durch die Amerikaner und dadurch entstandene Brände 46 Häuser und Scheunen ganz oder teilweise zerstört. Die Mainbrücke wurde durch deutsche Truppen gesprengt. Geistl . Rat Rüdenauer machte sich um den Wiederaufbau in der Stadt besonders verdient.

1946

Wiederaufbau der Mainbrücke

1945 - 1948

Zu den Rückgeführten und Ausgebombten, die allmählich wieder in ihre Heimat zurückkehrten, kamen auch nach Zeil Flüchtlinge und Heimatvertriebene. Es waren Ende 1947 527 aus dem Sudetenland, 194 aus den Gebieten östlich der Oder und Neiße, 15 aus Ungarn, 38 aus dem übrigen Ausland, 15 Deutsche aus Österreich, 29 Evakuierte aus Berlin, 24 aus der Sowjetzone, noch 71 Evakuierte aus westdeutschen Gebieten, 2 Ausländer. 914 Personen insgesamt.

Es herrschte große Wohnungsnot.

1948

Kurz vor der Währungsreform wurde Rudolf Winkler erstmals zum Bürgermeister gewählt.

Sofortiger Beginn der Planungen. Zur Schaffung von Wohnraum wird das Grabengärtengebiet durch den Bau von 4 Doppel- und 2 Einzelhäusern abgerundet. (Bebauungsplan Seeäcker). Die Sorge um neuen Wohnraum führt zum 1. Bebauungsplan "In der Haardt" , genehmigt 6. 9. 49. Die Planung der Gesamtkanalisation soll die Lebensverhältnisse verbessern und die Abwassermisere beseitigen .

Die Planung eines Zusatzpumpwerkes soll dem Wassermangel abhelfen.

Die Bemühung um Gewerbebauland soll die künftige Ansiedlung von Gewerbe und Industrie ermöglichen, um die Steuerkraft zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen.

1949

Bau eines Zusatzpumpwerkes für die Wasserversorgung durch den Zweckverband.

1950

Beginn der Bebauung des Haardtgeländes an der Krumer Straße. Der Bebauungsplan enthielt 153 Bauplätze für Ein- und Mehrfamilienhäuser.

1950/62

Bau der Gesamtkanalisation mit weiteren Bauabschnitten entsprechend der Entwicklung der Stadt, zunächst mit einer Erdbeckenkläranlage.

1953

Ansiedlung der Holzwarenfabrikation Nikolaus Oppelt

Gründung der städt. Singschule unter Leitung von Hauptlehrer Vollmuth

1955

Bau der Leichenhalle mit Aussegnungshalle am Kreuzfriedhof

1957

Umbau des elektrischen Ortsnetzes in der Altstadt

Ansiedlung des Zweigwerkes Borstenzurichterei und Pinselfabrikation der Firma Schorr & Co. Staffelstein

1958/59

Bau des Feuerwehrgerätehauses

1959

Einführung der staubfreien Müllabfuhr

1960

Aufstellung eines Wirtschafts- , dann Flachennutzungsplanes.

Erste Kampagne der neu angesiedelten Zuckerfabrik Franken GmbH Zeil. Die Ansiedlung war nur durch das Zusammenwirken aller Zeiler und insbesondere durch die Bereitschaft der Grundbesitzer im Einvernehmen mit den Direktoren Ernst Lange und Dr. Josef Holik möglich. Während der ersten Kampagne wurden 340 000 to ZuckerrÜben zu 42 000 to Zucker verarbeitet.

Zeil wurde zur Ev .Luth. Pfarrei erhoben. Herr Pfarrer Hans Roser war der erste Pfarrer.

1961/63

Bau des evangelischen Kindergartens mit Pfarr- und Jugendheim. Die Stadt gab Bauplatz, Erschließung und Zuschuß.

1961

Ansiedlung des Textilwerkes Dr. M. Majngarten, deren Großnäherei später durch eine Jerseystrickerei erweitert wurde.

1961/62

Bau des kath. Pfarr- und Jugendheimes, das die Stadt durch Zuschuß unterstützte.

1962

Umbau des elektrischen Ortsnetzes in den Grabengärten.

1962/63

Umbau des Rathauses

1963

Errichtung der Kriegergedächtnisstätte unter Einbeziehung des alten Kriegerdenkmals.

Einweihung des neuen Hainfriedhofes mit Leichenhaus und Aussegnungshalle.

Die Stadt Zeil unterstützte durch Erschließung die Ansiedlung des Telefunkenwerkes in Schmachtenberg.

Ansiedlung des Kunststeinwerkes Edgar Stahl

1963/65

Neubau des Atriumbaus der Volksschule mit 13 Sälen, einer Aula, einem Werkraum, einer Schulküche und Verwaltungsräumen.

1965

Ergänzung des Bebauungsplans "Haardt" (10. 11. 65 genehmigt mit 125 Bauplätzen).

Ansiedlung des Möbelwerks Milewski "allmilmö". Durch die hauptsächliche Herstellung von Einbauküchen und durch einen beachtlichen Exportanteil hatte Herr Heinz Milewski für sein Werk zeitweise eine führende Stellung im Kreis der deutschen Küchenmöbelfabriken errungen.

1966/67

Neubau der vollbiologischen Kläranlage

1968

Eingemeindung von Bischofsheim durch freiwilligen Zusammenschluß

1969

Beschaffung eines Tanklöschfahrzeuges, die Stadt Zeil wurde Feuerwehrstützpunkt des Landkreises

Gemeinsamer Flächennutzungsplan der Stadt Zeil und der Gemeinde Schmachtenberg

1969/72

Ausbau und Verstärkung der Wasserversorgung des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Zeil-Ebelsbach-Gruppe durch den Bau von 3 neuen Brunnen in der Gemarkung Ebelsbach, eines Hochbehälters mit 3000 cbm Fassungsvermögen in der Gemarkung Ziegelanger, einer Fernleitung mit 300 mm Durchmesser von Ebelsbach nach Zeil mit Spül- und Lüftungsschächten.

Auflassung des Pumpwerks Schmachtenberg.

1970

Bebauungsplan "Gewerbegebiet Gröbera" (3. 2. 1970)

1970/71

Sanierung der Wasserversorgung Bischofsheim mit Anschluß an das Ortsnetz Zeil, Bau eines Drucksteigerungspumpwerkes mit Fernleitung.

1971

Bebauungsplan "Hintere Haardt" (1.6.71, genehmigt mit 150 Bauplätzen und einer öffentlichen Bedarfsfläche).

Eingemeindung der Gemeinde Ziegelanger durch freiwilligen Zusammenschluß.

1972

Eingemeindung der Gemeinde Schmachtenberg durch freiwilligen Zusammenschluß.

Übernahme der Patenschaft für Römerstadt im Sudetenland.

1973/74

Neubau der Turnhalle und des Hallenbades an der Volksschule.

Bau des neuen Caritaskindergartens, der von der Stadt bezuschußt wurde.

1974

Bau der Kläranlage in Bischofsheim mit Kanalisierung

Bebauungsplan "1. Ergänzung Hintere Haardt" (24. 6. 1974 genehmigt mit 20 Bauplätzen)

1974/75

Kanalisierung des Stadtteils Ziegelanger

1976/77

Ausbau der Ortsdurchfahrt Ziegelanger

1976/79

Bau des Schul- und Breitensportgeländes mit Rasenfeld, Kunststoffallwetterplatz, Kunststofflaufbahn 100 m und 400 m und Kunststoffsprungbahnen und einem Allzweckplatz.

1977

Bebauungsplan "Leitenbach" (20. 7. 77 genehmigt mit 14 Bauplätzen)

Schließung des AEG-Telefunkenwerkes

1978

Beginn der Stromverkabelung in der Altstadt

Eingemeindung der Gemeinden Krum und Sechsthal durch freiwilligen Zusammenschluß als Abschluß der Gebietsreform

Bebauungsplan "2. Ergänzung Hintere Haardt" (12. 12. 78 genehmigt mit 103 Bauplätzen)

Renovierung des Rathauses neben der Renovierung zahlreicher Bürgerhäuser

Renovierung der St. Anna-Kapelle

1979

Jubiläumsjahr 600 Jahre Zeil als Stadt

1985

Eröffnung des Rudolf-Winkler-Hauses mit Festsaal und der Bibliothek

1989

Eröffnung des ersten Teiles der Entlastungsstraße, die den Verkehr um Zeil herum führen soll

1992

Eröffnung der 10 Mio. Mark teuren Mehrfachsporthalle am Tuchanger

1993

In Zeil eröffnet das erste Museum, das aus einer Initiative des zeiler Arztes Gerhard Binder hervorgegangene "Zeiler Photo- und Filmmuseum"

1995

Der Weinwanderweg Abt-Degen-Steig in den Weinbergen zwischen Zeil und Steinbach wird eröffnet.

1996

Eröffnung des zweiten und letzten Teils der Entlastungsstraße sowie Freigabe der neugebauten Mainbrücke nach Sand

Zusammenbruch der Fa. Milewski. Durch das Konkursverfahren von "allmilmö" wurden hunderte der Beschäftigten arbeitslos. Mittlerweile arbeiten nur noch etwa 200 Mitarbeiter in dem Betrieb, der vor wenigen Jahren noch um die 1500 Menschen beschäftigt hat.

1997

Die Stadt Zeil feiert 600 Jahre Marktrecht

Die Sanierung der Altstadt wird begonnen

Zusammengestellt von Ludwig Leisentritt

  

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Stand: 20. February 1999